Fast 11.000 Paare auf Scheinehe geprüft

Letztes Jahr sind 10.728 Ehen in Belgien mit dem Vermerk "verdächtig" versehen worden. Das ist 15 Prozent mehr als 2010 und ein absoluter Rekord. Das schreiben Gazet van Antwerpen und Het Belang van Limburg am Montag.

Bei 5.909 Meldungen, die 2011 beim Ausländeramt eingingen, hatte das Paar seine Hochzeit noch vor sich. Bei 4.819 Fällen war das bereits geschehen. Häufig hatte die Eheschließung im Ausland statt gefunden.

Es seien vor allem Menschen mit marokkanischer, türkischer und algerischer Staatsangehörigkeit, die versuchten über eine Eheschließung an eine Aufenthaltsgenehmigung zu kommen, so die Zeitungen. Wer erwischt wird, kann seine Aufenthaltsgenehmigung verlieren. Die Staatsanwaltschaft kann eine Gefängnisstrafe von bis zu 3 Monaten verhängen und die belgische Staatsangehörigkeit wieder aberkennen.

Paare, die bertügen wollten, liefen schnell ins Netz, zum Beispiel weil sich herausstelle, dass einer der Partner viel älter als der andere ist oder weil sie nicht die gleiche Sprache sprechen und sich eigentlich gar nicht verstehen. 

Offenbar stellt häufig der Standesbeamte als erster den Missbrauch fest.