Killer von Brabant: Heiße Spur durch DNA-Profil?

Der Sonderkommission der belgischen Bundespolizei, die sich mit den Ermittlungen gegen die so genannte Killerbande von Brabant befasst, ist gelungen, das DNA-Profil eines Täters zu isolieren. Die Ermittler entdeckten das Profil auf einem Beweisstück.

Das jetzt isolierte Profil wird derzeit mit den DNA-Datenbanken der belgischen Polizei und von Europol verglichen, wie die Mitglieder der Soko gemeinsam mit Bundesjustizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) gegenüber der Presse und Angehörigen der Opfer der Killerbande bekannt gaben.

Polizei und Justiz trafen am Montag zum ersten Mal seit sechs Jahren auf Opfer der Bande und auf Angehörige von Opfern. Vor einigen Monaten wurde die Soko in ihrer Zusammenstellung runderneuert, denn nach Ansicht von Polizei und Justiz sowie de'r zuständigen Staatsanwaltschaft von Charleroi brauchte der Fall "frische Augen“.

Die Zeit drängt, denn im November 2015 verjähren die Fälle nach belgischem Recht. Bis heute sind die Killer von Brabant unentdeckt gebliebenen .

Die Killer von Brabant, in Niederländisch auch „Bende van Nijvel“ genannt, weil sich ein brutaler Überfall in einem Warenhaus in Nivelles ereignete, zogen in den Jahren 1982 bis 1985 eine blutige Spur vor allem durch die Provinz Brabant. Ihr werden mindestens 15 Überfälle zur Last gelegt, denen insgesamt 28 Menschen zum Opfer fielen. Die Beute der Überfälle bliebt immer sehr gering, weshalb auch politische Motive nie ganz ausgeschlossen wurden.

Rechtsextreme Motive?

Der letzte Überfall fand am 9. November 1985 in einem Delhaize-Supermarkt in Aalst statt (Archivfoto), als die Killer kaltblütig 8 Menschen niederschießen. Vier kamen sofort ums Leben,, die vier anderen starben kurz danach in Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin.

Derzeit beugen sich die Ermittler wieder über die Theorie, dass die Überfälle rechtsextremen Charakter haben könnten. Man vermutet, dass die Killer im Auftrag von Kreisen gearbeitet haben könnten, die das Land destabilisieren wollten, um Polizei und Militär in Belgien mehr Gewicht und Macht zu geben. Jahrelang wurde diese These nicht mehr verfolgt, bis die Sonderkommission personell neu besetzt wurde.