Nizar Trabelsi bleibt drei weitere Monate in Haft

Der in Belgien wegen Terrorismus im Gefängnis sitzende tunesische radikale Moslem Nizar Trabelsi bleibt drei weitere Monate in Haft. Eigentlich hätte er Ende dieser Woche seine Zelle verlassen können, doch ein nicht bezahltes Bußgeld vereitelt vorerst seine Haftentlassung.

Der inzwischen 41 Jahre alte Nizar Trabelsi (Archivfoto) war von einem Brüsseler Gericht wegen der Planung eines Terroranschlags auf die Nato-Luftwaffenbasis Kleine Brogel in der flämischen Provinz Limburg (kleines Foto), mit dem Ziel US-Soldaten zu töten, zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Verbüßung dieser Haftstrafe müsste er eigentlich Ende dieser Woche auf freien Fuß gesetzt werden, doch darauf wird vorerst nichts.

Vor einiger Zeit wurde er nach der Bedrohung eines Wachbeamten zu sechs Monaten Haft verurteilt und für diese Tat wurde auch ein Bußgeld angesetzt. Und genau dies sorgt jetzt für eine weiter Haftverlängerung, denn dieses Bußgeld hat Trabelsi bisher nicht bezahlt. "Dieses nichtbezahlte Bußgeld wird jetzt in eine Haftstrafe von drei Monaten umgewandelt.“, sagte Belgiens Justizministerin Annemie Turtelboom dazu. Trabelsi bleibt damit noch bis zum 8. Juni in einer belgischen Zelle.

Belgien würde den tunesischen Islamisten gerne so lange in Haft belassen, bis er in die USA ausgeliefert werden kann. Dieser Auslieferung an die amerikanischen Justizbehörden wurde bereits zugestimmt. In den USA könnte Trabelsi zu lebenslanger Haft wegen der Planung der Tötung von amerikanischen Bürgern verurteilt werden. Doch bisher ist es den Anwälten des Terroristen gelungen, die Auslieferungsprozedur in die Länge zu ziehen.

"Absurd"

Marc Nève, einer der Anwälte von Nizar Trabelsi, nennt die Haftverlängerung um drei Monate für seinen Mandanten inder flämischen Tageszeitung De Standaard absurd: "Es gibt ein Rundschreiben, das besagt, dass Haftstrafen unter vier Monaten nicht ausgeführt werden. Nur für Trabelsi gilt das nicht. Das ist nicht seriös.“

Für ihn besteht die Möglichkeit, dass sein Mandant im Juni freikommt, weiter. Bis dahin seien die Prozeduren zu dessen Auslieferung an die USA noch nicht abgerundet und danach seien die Möglichkeiten des belgischen Staates in dieser Hinsicht ausgeschöpft, so Nève.