B-Fast-Team in Brazzaville in Aktion

Am Dienstag ist eine Gruppe belgischer Nothelfer von B-Fast-Team (Archivfoto) nach Kongo-Brazzaville geflogen, um dort nach der Katastrophe durch die Explosion eines Munitionslagers zu helfen. Dabei waren mehr als 200 Menschen umgekommen und Hunderte wurden schwer verletzt.

Die Planungen für die Hilfsaktion seien bereits am Montag angelaufen, denn das belgische Außenministerium ging von einer Anfrage der Behörden in Brazzaville, unser Land um Unterstützung bitten, mit Sicherheit aus. Auch die Vereinten Nationen, Frankreich und Marokko entsandten Helfer nach Brazzaville.

Bei den 12 Mitgliedern des B-Fast-Teams, das sich am Dienstag von Brüssel aus auf den Weg machte, handelt es sich in erster Linie um Ärzte und Krankenpfleger, sowie um Fachleute für die Verpflegung von Verbrennungsopfern, die in den Krankenhäusern vor Ort Verletzte behandeln sollten, wie Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) erklärte.

An Bord der Luftwaffen-Maschine, die das B-Fast-Team nach Kongo-Brazzaville bringt, wurde auch spezielles Behandlungsmaterial zur Versorgung der vielen Verbrennungsopfer an den Ort der Katastrophe gebracht.

Am Sonntag waren rund 230 Menschen waren bei der Explosion in einem Munitionslager getötet worden und mehrere Hundert wurden schwer verletzt. Die Zahl von mehr als 1.340 Opfern macht dabei die Runde. Die Mehrheit der Verletzten leidet offenbar an schweren Verbrennungen nach der Feuerwalze, die sich nach der Explosion auf alle nahegelegene Wohngebiete ausgebreitet hatte. Der Kreis der Verwüstung umfasst bis zu 500 Meter.

Abgeschobene Kongolesen an Bord

Der Airbus der Luftwaffe, der die Ersthelfer des B-Fast-Teams und deren Material nach Brazzaville brachte, hatte auch 19 kongolesische Flüchtlinge aus Belgien und zwei weitere aus den Niederlanden an Bord, die auf diesem Weg abgeschoben werden. Unter den ausgewiesenen Asylsuchern aus dem Kongo sollen auch Oppositionelle sein, die bei den teils gewalttätigen Demonstrationen gegen den Wahlsieg des Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, in Brüssel verhaftet worden waren.

Die Tatsache, dass die Abschiebung an Bord einer Maschine mit Hilfsgütern und Ersthelfern durchgeführt wird, stößt bei belgischen Flüchtlingsverbänden genauso auf arge Bedenken, wie auch die Tatsache, dass einige der Betroffenen eben kongolesische Oppositionelle sein sollen, die in ihrer Heimat von Folter oder Tod bedroht seien, wie Menschenrechtler dazu angeben. Die Brüsseler Einwanderungsbehörde erwiderte, dass jeder Fall individuell geprüft worden sei und das keiner der jetzt Abgeschobenen in ihrer Heimat etwas zu befürchten hätte.

Der Flug war wegen dieser Abschiebungsmaßnahme von 68 Beamten der belgischen Bundespolizei begleitet worden. Menschenrechtsverbände kündigten internationalen Protest gegen diese Vorgehensweise an.