Meister in Sprimont lagert Produktion aus

Das Mutterhaus des Autozulieferer-Unternehmens Meister Benelux in Sprimont in der Provinz Lüttich hat einen Großauftrag an ein Produktionswerk des Konzerns in Tschechien abgegeben. Diese Auslagerung war der Ursprung des vor einigen Tagen eskalierten Sozialkonflikts.

Vor etwa anderthalb Wochen der Meister Benelux in Sprimont in die Schlagzeilen geraten, als ein als Sicherheitsfirma bezeichneter bewaffneter Schlägertrupp mehrere LKW mit Produktionsmaterial aus einer Blockade der Belegschaft heraushauen sollte. Die seiner Zeit schnell auf den Plan gerufene Polizei konnte den Konflikt entschärfen und eskortierte die Männer der so genannten Sicherheitsfirma bis zur deutschen Grenze.

Was die Belegschaft von Meister in Sprimont befürchtete und verhindern wollte, ist jetzt Wirklichkeit geworden, denn Poppe und Potthof aus dem deutschen Werther, der Mutterkonzern von Meister Benelux, hat Christian Durand, den Krisenmanager, der den Sozialkonflikt in Sprimont begleiten soll, davon unterrichtet, dass ein Teil des Auftrags nach Tschechien ausgelagert werde. Die Auslagerung eines weiteren Bereiches soll noch bis zum Sommer geprüft werden, wie ein Gewerkschaftler ergänzte.

Dies trifft die Belegschaft in Belgien sehr hart, wie die belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo meldeten, denn das zu produzierende Bauteil - der Konzern liefert Bauteile für die Automobilindustrie - ist offenbar in Sprimont entwickelt worden. Das bedeutet unter anderem, dass Belegschaftsmitglieder mit Zeitarbeitsvertrag, die unter anderem an der Entwicklung beteiligt waren, das Unternehmen verlassen müssen.

Die beiden belgischen Wirtschaftsblätter meldete am Mittwoch auch, dass die belgische Justiz Patrick Truyen, den Direktor von Meister Benelux, für den 23. März vorgeladen habe. Offenbar wird gegen ihn wegen eines möglichen Verstoßes gegen das belgische Gesetz zum Thema Privatmilizen ermittelt. Bewaffnete Sicherheitsfirmen unterstehen in Belgien deutlich anderen Regeln, als in Deutschland.