Afghanische Flüchtlingsfrauen bitten Belgien um Hilfe

Anläßlich des Internationalen Frauentages haben rund 30 afghanische Flüchtlingsfrauen in Begleitung ihrer Familien vor dem Kabinett der Staatssekretärin für Einwanderung, Maggie De Block (Archivfoto), demonstriert. Sie bitten Belgien um Schutz.

Sie haben auch um Aufenthaltspapiere gebeten, damit sie das juristische No-man's land verlassen können, in dem sie sich teilweise schon seit mehreren Jahren befinden. 

"Die Situation der Frauen in Afghanistan zählt zu den schlimmsten weltweit. Trotzdem ist allen Frauen, die bei dieser Demonstration anwesend sind, das Asyl verweigert worden und sind alle diese Frauen unseres Landes verwiesen worden", erklärt Selma Benkhalifa, die Anwältin der Demonstrantinnen.

"Wir kritisieren die Tatsache, dass diese Problematik weder prioritär noch sonst irgendwie in das Asylverfahren eingeht. Außerdem haben diese Frauen minderjährige Kinder. Die jüngste Umsetzung einer europäischen Direktive in belgisches Recht sagt jedoch explizit, dass bei Maßnahmen zur Abschiebung absolut im Interesse des Kindes entschieden werden müsse."

Der Anwältin zufolge würden sich ihre Mandantinnen in einem scheinheiligen juristischen No man's land befinden. Auf der einen Seite hätten sie ein Schreiben mit der Aufforderung erhalten, das Land zu verlassen und keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, auf der anderen Seite seien sie aber auch nicht zurückgeschickt worden.

"Sie sind zugleich Opfer des Krieges in ihrem Land und der Asylpolitik Belgiens", betont Selma Bekhalifa.

Die Delegation sei laut der Nachrichtenagentur Belga übrigens nicht vom Kabinett Maggie De Blocks empfangen worden.