Dicke Boni für die AB InBev-Manager

Die 40 wichtigsten Manager des belgisch-brasilianisch-amerikanischen Brauerei- und Getränkegiganten AB InBev können ihre Konzernoptionen in einigen Jahren versilbern. Der heutige Marktpreis dieser Anteile beträgt schon jetzt rund 1 Milliarde €. Die Gewerkschaften in Belgien rümpfen die Nase.

AB InBev-CEO Carlos Brito (kleines Foto) schießt bei den zu erwartenden Gewinnen für die 40 Topmanager des Biergiganten den Vogel ab, denn alleine sein Optionenpaket ist heute rund 135 Millionen € wert. Der Konzern belohnt sich mit diesen Boni für seine gelungene Fusion.

Als InBev im Jahr 2008 mit Anheuser-Busch fusionierte, beschlossen die Akteure, sich bei gelungenem Zurückdrängen des aufgebauten Schuldenbergs, einen einmaligen Bonus zu gewähren. Dieser Bonus wird in Anteilen und Optionen ausgegeben.

Jetzt, wo der Schuldenberg nach der gelungenen Fusion deutlich abgebaut werden konnte, beginnt die Ausgabe der Boni, die in zwei Scheiben zu Geld gemacht werden können - 2014 und 2019. Die scheibchenweise Ausgabe der Optionen soll die Begünstigten dazu animieren, weiter am Erfolg zu arbeiten.

Nach Angaben einer Konzernsprecherin im InBev-Hauptsitz in Löwen sind diese Beträge fiktiver Natur, denn die Börsenwerte der Papiere könnten ja auch wieder sinken und wenn einer der Begünstigten die Gruppe vorzeitig verlasse, würden dessen Optionen verfallen.

Gewerkschaften: Bitterer Nachgeschmack

Die Gewerkschaften bei AB InBev in Belgien reagieren unangenehm überrascht, denn sie mussten in den vergangenen Jahren einige Umstrukturierungen und Entlassungen hinnehmen. Vor allem am Hauptsitz in Löwen und in der Brauerei von Hoegaerden, wo das berühmte Weißbier gebraut wird, wurden massiv Stellen abgebaut.

Die Tatsache, dass sich die Konzernmanager saftige Boni zuerkennen, obschon sie die Bilanzen in großen Teilen nur durch Umstrukturierungen und Arbeitsplatzabbau nach oben korrigieren konnten, stößt den Gewerkschaften sauer auf und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Man hofft dort, dass die Manager ihre Aufgabe in Zukunft ohne Entlassungen erledigen können, sprich mit der Produktion und dem Absatz von Getränken.