De Lijn: 24 Millionen Euro sind weg!

2011 ist bei den flämischen Verkehrsbetrieben De Lijn ein Minusbetrag von 24 Millionen Euro aufgetaucht. Grund sind unbezahlte Rechnungen von Privatunternehmen, die externe Bus- und Tramfahrer bereitstellen. Die flämische Mobilitätsministerin Hilde Crevits (CD&V) hat einen externen Audit angefragt.

Erst jetzt bekam De Lijn einen Überblick über die Gesamtkosten der vergangenen drei Jahre.

„In der Vergangenheit war es dem Verkehrsbetrieb nicht möglich, alle Rechnungen zum Jahresende zusammenzurechnen“, so Roger Kesteloot, Generaldirektor von De Lijn: „Nach der Anschaffung eines neuen Buchhaltungssystems ist diese Berechnung heute wohl möglich.“ Sodass die fehlenden 24 Millionen Euro sichtbar wurden.

Es sind aber nicht nur die unbezahlten Rechnungen, die das Defizit in diese Höhe jagen. De Lijn hat ebenfalls die Einsparungen bei den Privatunternehmen unterschätzt, die im Auftrag von De Lijn bestimmte Strecken mit ihren Bussen und Fahrern betreiben. Diese Maßnahmen haben nicht zu den im Haushalt geplanten Kosteneinsparungen geführt.

Mobilitätsministerin Hilde Crevits hat einen externen Audit angefordert, der vor dem Sommer fertig sein soll.

De Lijn will ebenfalls Verträge mit verschiedenen besonders teuren Privatunternehmen neu verhandeln.
 

Protest von Gewerkschaften und Lobbys

Die flämischen Verkehrsbetriebe haben weitere Sparmaßnahmen geplant. Die Abschaffung von  nicht ausgelasteten Buslinien soll 40 Millionen Euro einbringen.

Die Gewerkschaften und die Lobby der Zug-, Tram- und Busreisenden haben an diesem Samstag gegen das Vorhaben protestiert und haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

Besonders wütend auf die Abschaffung dieser Buslinien reagieren ältere Bürger, die auf diesen öffentlichen Dienst angewiesen sind.

In Mechelen, wo die Protestaktion heute morgen begann, hoffen nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch die Stadtbehörden, dass De Lijn sich die Maßnahme noch mal überlegt. Die öffentlichen Verkehrsmittel werden in der Provinzstadt gerne genutzt.