Belgische Zinsen endlich im freien Fall

Die Zinsen auf belgische Staatspapiere mit langer Laufzeit sinken und zwar im Schnelltempo. Auf dem Höhepunkt der Eurokrise standen sie bei einer Rekordhöhe von bis zu 6 %, doch Ende letzter Woche wurden die Obligationen mit einem Zinssatz von nur noch knapp über 3 % gehandelt.

Die niedrigen Zinsen auf Staatsobligationen sind eine gute Nachricht für die belgische Bundesregierung, denn damit kann der Staat auch unter Sparzwang Geld an den internationalen Märkten aufnehmen und zwar zu günstigen Bedingungen. In letzter Zeit sind die belgischen Staatsanleihen wieder im Trend bei den Anlegern. Am Freitag bei Handelsschluss stand der Zinssatz bei knapp 3,4 % auf Papiere mit langer Laufzeit.

Das war der niedrigste Stand seit 16 Monaten und lag damit deutlich niedriger, als im November 2011, als ein Rekordhoch von 6 % im Raum stand. Auch der Zinsspread zu Deutschland, noch immer der Richtwert für Belgien und weite Teile der Europäischen Union, wird wieder kleiner und liegt jetzt bei rund 158 Basispunkten. Das ist weit entfernt von den 360 Basispunkten, bei denen der Spread in harter Krisenzeit Ende November 2011 noch gelegen hatte. Das bedeutet, dass Belgien wieder in sichereren Fahrwassern liegt, wie die flämische Tageszeitung De Morgen am Wochenende bemerkte.

Einer der Gründe für die günstigeren Zinssätze sind die Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB), die seit Dezember 2011 geflossen sind, womit Frankfurt den gebeutelten EU- und Eurozonenländern Zeit schinden konnte. Dadurch konnte es gelinge,, die einzelnen Staatshaushalte in Ordnung zu bringen. Mittlerweile stehen diese Haushalte - auch in Belgien - und inzwischen sinken auch die Zinsen auf spanische und italienische Obligationen mit langer Laufzeit.