"Zeit nehmen, verstorbene Kinder zu sehen"

Die Eltern der Kinder, die bei dem Busunfall in der Schweiz gestorben sind, können diese am heutigen Donnerstagmorgen sehen. Die Leichen der Kinder werden möglicherweise noch am Donnerstagabend in ihre Heimat zurückgebracht.

"Um acht Uhr gehen wir zusammen mit den Eltern die verstorbenen Kinder begrüßen und dafür werden wir uns auch den gesamten Vormittag Zeit nehmen", sagte der Bürgermeister von Lommel Peter Vanvelthoven am Morgen.

Inzwischen haben sich die Eltern im Beerdigungsinstitut von Sion eingefunden. Dort können sie ihren Kindern Lebewohl sagen. Gleichzeitig müssen sie die Kinder offiziell identifizieren. Drei Opfer sind noch nicht vollständig identifiziert. Am Mittwochabend hatte bereits eine erste Identifizierung anhand von Kleidungsstücken und Fotos der Kinder statt gefunden.

Davor waren die Eltern der Kinder der Sint-Lambertusschool in Heverlee und der Schule 't Stekske in Lommel in der Schweiz gelandet. Ihnen wurde mitgeteilt, was mit ihren Kindern passiert ist. Bis dahin waren die Eltern stundenlang über das Los ihrer Kinder im Ungewissen geblieben. "Einige Eltern wussten 12 Stunden lang nichts. Das grenzt an Unmenschlichkeit", sagte der sichtlich erschütterte Bürgermeister von Lommel, Peter Vanvelthoven. Er hat die Eltern in die Schweiz begleitet.

Laut dem Bürgermeister könnten die Leichen zudem noch am heutigen Donnerstag frei gegeben werden. Danach könnten sie bereits nach Belgien zurückgeflogen werden.

Belgiens Premier Elio Di Rupo hatte am Mittwoch bereits angedeutet, dass die Repatriierung in der Tat am Donnerstagabend erfolgen könnte, sobald die schweizer Behörden ihre Zustimmung gegeben hätten.

Die Regierung hat hierfür zwei C-130 Flugzeuge von einem Manöver in Portugal zurückbeordert. Das Verteidigungsministerium hat außerdem einen Airbus auf Abruf in der Schweiz stehen.