Busunfall: "Fahrer kannte Strecke gut"

Der Fahrer des belgischen Reisebusses habe die Strecke, auf der der schreckliche Unfall am Dienstagabend passierte, gut gekannt. Das erklärte der Bürgermeister Simon Epiney des schweizer Dorfes Anniviers dem schweizer Sensationsblatt Blick gegenüber.

Der Bus sei aus Anniviers gekommen. Dort herrsche laut Epiney Traurigkeit und alle seien geschockt.

Insbesondere die Betreiber und Köche des Gästehauses, in dem sich die Kinder aufgehalten hatten, waren tief getroffen. Am Dienstag hätten sie noch zusammen gekocht und am Mittwoch hätten sie von dem Unfall erfahren müssen, sagte Epiney.

Mit dem schon seit 30 Jahren lauftenden Programm für Skiferien würde weitergemacht, heißt es in Blick. Am Mittwoch seien wieder 120 Kinder "aus der gleichen Region von Belgien" eingetroffen.

Laut dem Politiker von Anniviers habe der Busfahrer die Strecke gut gekannt und sei nicht zum ersten Mal in St. Luc gewesen. Die Straße hoch ins Dorf sei kurvig und der Busfahrer habe sie jedes Jahr ohne Probleme gemeistert. Um 20 Uhr seien die drei Busse abgefahren – das Unglücksfahrzeug zuhinterst, so der Bürgermeister, der laut Blick den Fahrer gut gekannt habe und sich nicht erklären könne, wie der schrecklich Unfall hatte passieren können.

Unterricht muss weitergehen

Unterdessen ist der Unterricht in der städtischen Grundschule 't Stekske in Lommel am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen worden.

Bei dem Busunglück sind 15 Schüler der sechsten Klasse und zwei Erwachsene gestorben. Von den 15 verstorbenen Kindern haben sieben die niederländische Staatsangehörigkeit und acht die belgische. Ein deutscher Junge aus Lommel hat den Busunfall überlebt.

Der Entschluss, den Unterricht wieder aufzunehmen, sei bereits am Mittwoch gefallen. Das Unterrichtsprogramm wurde allerdings den Umständen entsprechend abgeändert.

Im Rathaus der Stadt hat am Donnerstagmorgen eine Krisensitzung statt gefunden und für 11 Uhr war eine Pressekonferenz angekündigt. Im gleichen Gebäude liegt auch ein Trauerbuch aus. Vor dem Trauerbuch standen am Donnerstagmorgen bereits ein Dutzend Menschen, um ihr Beileid auszudrücken. Dort stehen zudem Fotos der Opfer. Auch die Familie der verstorbenen Reisebegleiterin aus Lommel stand in der Warteschlange vor dem Trauerbuch.

Auch in der Sint-Lambertusschool in Heverlee findet trotz der Tragödie des Busunfalls in Sierre der Unterricht am Donnerstag statt. Das Zentrum für Schülerbegleitung (CLB), das Zentrum für das Allgemeinwohl (CAW) und die eigene Schulgemeinschaft seien in der Schule mit einem Hilfsteam vertreten, um Kindern und Lehrern beizustehen. Sie hätten auch Eltern am Schuleingang trösten können.

Die Stimmung in der Schule sei sehr bedrückend. Die Lehrer hätten alle besonders schlecht geschlafen, sagte der Löwener Dekan Dirk De Gendt.

Bei dem Busunfall sind sieben Schüler der 6. Klasse dieser Schule gestorben. Außerdem sind eine Lehrkraft und eine Aufseherin der Schule ums Leben gekommen. "Ein achtes Kind aus der Schule liegt derzeit noch im Koma. "Wir befürchten auch für dieses Kind das Schlimmste."