Freitag: Staatstrauertag und Schweigeminute

Anläßlich des schweren Busunglücks in der Schweiz, bei dem 22 Kinder und sechs Erwachsene zweier flämischer Schulen starben, hat die Regierung für Freitag einen Staatstrauertag angekündigt. Das ganze Land wird um 11 Uhr eine Schweigeminute einlegen. Das hat Premier Elio Di Rupo nach einem Treffen der Regierungsspitze bekannt gegeben. Die Fahnen werden auf Halbmast stehen. An diesem Donnerstagmittag hat im Parlament eine Trauerfeier stattgefunden.

Innenminsiterin Joëlle Milquet (CDH) hat bekannt gegeben, dass die Fahnen der Gemeinden und der öffentlichen Gebäude zwei Tage lang auf Halbmast hängen werden. Sie habe alle Gemeinden und Provinzgouverneure darüber unterrichtet.

In der Kammer wurde an diesem Donnerstag eine Trauerfeier abgehalten. Die übliche Fragestunde wurde gestrichen. Es wurde eine Schweigeminute eingelegt und Kammerpräsident André Flahaut und Premier Elio Di Rupo haben in einer Rede ihr Beileid bekundet.

Am Staatstrauertag wird die belgische Regierung keine Sitzung abhalten. Der wöchentlich statt findende Ministerrat wird von Freitag auf den Donnerstagabend verlegt.

Auch die flämische Regierung hat entschieden, dass die flämische Regierung, die Behörden, die Schulen und andere Einrichtungen um 11 Uhr eine Schweigeminute einlegen werden.

"Hiermit wünscht die flämische Regierung nochmals, ihr tiefes Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen und allen Opfern, Angehörigen und Freunden Respekt zu zollen", heißt es in einem Pressebericht der flämischen Regierung. Eine geplante Diskussion über Befugnisse am Freitag ist gestrichen.

Am Donnerstagabend findet eine Totenwache in der Sankt-Josefskirche in Lommel, unweit der Schule 't Stekske, statt. Es werden mehr Menschen erwartet als Plätze in der Kirche vorhanden sind, deshalb werden auch vor der Kirche zwei Bildschirme aufgebaut.

Auch die EU-Einrichtungen werden ihre Fahne auf Halbmast hängen, kündigte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an.

6 der verletzten Kinder dürfen am Donnerstag nach Hause

Inzwischen ist bekannt, dass 6 der bei dem Busunglück in der Schweiz leicht verletzten Kinder noch am heutigen Donnerstag nach Hause dürfen. Die sechs waren im Krankenhaus von Viège (deutsch: Visp) in der Schweiz untergebracht. 

Von 14 weiteren verletzten Kindern in Sion ist noch nicht deutlich, wann sie das Krankenhaus verlassen können. Einige können in ein belgisches Krankenhaus gebracht werden. Bei anderen ist der Zustand noch nicht stabil genug. 

Die drei schwerverletzten Kinder, die nach Lausanne gebracht worden sind, werden dort noch eine zeitlang bleiben müssen. Ihr Zustand ist weiterhin kritisch. Eines der drei Kinder ist inzwischen außer Lebensgefahr.

Kein Karneval und kein Fußball

Aus Respekt vor den Opfern sind mehrere Fußballspiele und Veranstaltungen in Belgien abgesagt worden.

So hat die Stadtverwaltung von Hasselt wissen lassen, dass die Karnevalsfeiern an diesem Wochenende nicht statt finden werden. Auch die Fußballspiele zwischen Eendracht Aalst und Lommel United in der zweiten Liga am Sonntag werden verschoben.

Andere Veranstaltungen wie der Karneval in Halle und Umzüge in Maaseik und Bree finden hingegen statt. Allerdings wird bei der Taufe der Karnevalswagen in Halle die Musik so leise wie möglich gestellt und es wird eine extra Ehrenerweisung für die Opfer geben.