Brussels Airlines bittet den Staat um Hilfe

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines bittet die Regierung, etwas gegen die unehrliche Konkurrenz im Luftfahrtsektor zu unternehmen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo erlitt die Airline im vergangenen Jahr einen Verlust von 80 Mio. €.

Nach Ansicht von Brussels Airlines halten die ständig steigenden Treibstoffpreise und die scharfe Konkurrenz der Billigflieger, wie Ryanair, die Gesellschaft im Würgegriff. Die belgische Traditionsairline bittet nach eigenen Angaben nicht etwa um Hilfe, weil sie von einem Konkurs bedroht sei, sondern um der Regierung die Situation vor Augen zu halten.

Brussels Airlines erwähnt zum Beispiel, dass die meisten Billigflug-Gesellschaften geringere Lohnkosten haben, da sie ihre Hauptsitze in steuerlich günstigeren Ländern einrichten, z.B. in Irland, wo Ryanair zu Hause ist. Brussels Airlines hingegen sei an die belgische Gesetzgebung gekoppelt und müsse zum Beispiel mit deutlich höheren Löhnen und Gehältern in den Wettbewerb gehen.

Etienne Davignon (Foto), der Vorstandvorsitzende von Brussels Airlines sagte am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die Piloten die gleiche Arbeit, wie die der Billigflieger verrichteten, aber"Sie müssen viel höhere Beiträge für die soziale Sicherheit und für andere Bereiche abführen. Das ist nicht logisch. Wir fordern einen gleichen Tarif für alle, die die gleiche Arbeit tun. Der hohe Lohndruck ist keine exklusive Geschichte aus der Luftfahrt. Das entspricht dem Problem, dass alle Unternehmen in unserem Land als ein schweres Konkurrenz-Handicap ansehen.“

Task Force eingerichtet

Vizepremier- und Finanzminister Steven Vanackere (CD&V - Foto) gab dazu an, dass in der Vergangenheit einigen Sektoren Ausnahmeregelungen gewährt worden seien. Inzwischen habe das Kernkabinett der belgischen Bundesregierung eine Task Force eingerichtet, die sich mit dem Thema Konkurrenzverhalten in unserem Land auseinandersetzten soll.

Er will sich aber in keiner Hinsicht auf eine Deadline festlegen und er fordert eine Beteiligung der Sozialpartner an solchen Gesprächen.

Brussels Airlines beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter – fliegendes Personal und die Mitarbeiter am Boden. Die belgische Fluggesellschaft ist der wichtigste Kunde am belgischen Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem.