30 Jahre Haft für Schwefelsäure-Angriff

Der Mann, der seiner Ex-Freundin Schwefelsäure ins Gesicht schüttete, muss 30 Jahre ins Gefängnis. Am Mittwoch hatte ihn das Schwurgericht von Brüssel bereits des versuchten Mordes für schuldig befunden. Er bekommt damit die Höchststrafe.

Die Richter haben dem Mann die Höchststrafe gegeben, weil sie keine mildernden Umstände haben gelten lassen.

Sven Mary, der Anwalt des Opfers, äußerte sich zufrieden: "Ich denke, dass meine Mandantin damit zufrieden ist. Und ich denke, dass das das wichtigste in diesem Fall ist. Es wird ihr kein neues Gesicht geben. Es wird ihren Schmerz nicht lindern, weder den physischen noch den seelischen Schmerz. Es ist einfach ein erster Schritt im Prozess des Verarbeitens. Ich denke, dass das für sie sehr wichtig ist und ob er nun 30, 50 oder 100 Jahre bekommt, das ändert nur wenig. Für sie ist das jedoch ein wichtiger Schritt bei ihrer Verarbeitung des Geschehens."

In ihrem Urteil sprachen die Richter dann auch über den enormen sozialen Schaden, die der Mann angerichtet habe, der extreme Ernst der Taten mit einer brutalen Waffe und der unmenschliche Leidensweg des Opfers, der auch heute noch nicht zu Ende ist.

Der Mann wollte sich an seiner Ex-Freundin rächen, weil die Frau die Beziehung beendet hatte. Er schüttete ihr Schwefelsäure ins Gesicht, zog sie an den Haaren weg und schüttete noch eine zweite Ladung Schwefelsäure über sie.

Die Frau überlebte diesen brutalen Übergriff. Ihr Gesicht wurde jedoch veräzt und für das Leben entstellt. Die Frau hat kein linkes Ohr mehr, ein Finger musste amputiert werden und an einem Auge ist sie blind. Sie hatte drei Monate im Koma gelegen und hat ein Dutzend Operationen hinter sich.

Beim Verhör des Mannes während des Verfahrens gab er erstmals zu, er habe die Frau treffen und leiden lassen wollen. Er sagte auch, dass es ihm jetzt Leid täte. Sein Anwalt sagte, dass der Mann nicht die Absicht hatte, die Frau zu töten. Diese Begründung haben die Richter also nicht berücksichtigt.