Löwen: Abschied von sieben Kindern

In Löwen findet am heutigen Donnerstag die Beerdigung für die sieben bei dem Busunglück letzte Woche in der Schweiz gestorbenen Kinder statt. Die Trauerfeier wird in der Sankt-Peters-Kirche (Sint-Pieterskerk) gehalten. An der Messe nahmen auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil.

Im Gegensatz zur Trauerfeier in Lommel am gestrigen Mittwoch handelt es sich am heutigen Donnerstag in Löwen um einen klassischen Trauergottesdienst. Die katholische Messe wird durch  Dirk De Gendt, dem Dekan von Löwen, gehalten. Ihm stehen der päpstliche Nuntius und Erzbischof André-Joseph Léonard bei.

Normalerweise hat die Sint-Pieterskerk 800 Plätze. Damit alle Personen, die dieser Messe beiwohnen möchten, Platz haben, wurde die Kapazität jedoch auf 1.400 Plätze ausgeweitet.

Die sieben Kindersärge wurden von Armeeangehörigen des ISTAR-Bataillons aus Löwen in die Kirche getragen.

Wie bereits bei der Trauerfeier am Mittwoch in Lommel wohnen auch der Trauerfeier in Löwen König Albert und Königin Paola bei. Da bei dem Unfall zudem niederländische Kinder betroffen waren, nehmen - wie schon in Lommel - der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima sowie der niederländische Premier Mark Rutte an der Messe teil. Außerdem sind die schweizer Präsidentin  Eveline Widmer-Schlumph und Premier Elio Di Rupo anwesend.

Auch in Löwen singt wie in Lommel der Mädchenchor Scala aus Aarschot.

Während der Trauerfeier für die Kinder wird auch dem Lehrer und der Begleiterin der Schule aus Heverlee sowie den beiden Busfahrern gedacht. Sie werden separat beigesetzt.

Die Trauerfeier kann auf Bildschirmen auf dem Platz vor der Kirche und auf dem Marktplatz verfolgt werden. Ein Großteil der Stadt ist zu diesem Anlass für den Verkehr gesperrt.

Am Mittwoch hatte bereits eine Trauerfeier in Lommel für 17 Opfer des Unglücks statt gefunden. Zusammen mit den beiden Busfahrern waren bei dem Unfall in Sierre 28 Menschen gestorben.

Sebastian, Clara, Bavo, Sarah, Victor, Sonya und Joaquin

Dekan De Gendt eröffnete die Trauerfeier in Löwen mit den Worten: "Jeden hier hat der Tod unserer Kinder sehr berührt. Wir haben schöne und schmerzhafte Erinnerungen an sie."

Der Dekan las auch einen Text von Schülern der vierten Klasse vor: "Hallo Bruder, hallo Schwester. Wie machst Du das...so plötzlich nicht mehr da zu sein? Dein leerer Platz am Tisch. Dein Zimmer und Dein Bett, Dein Stuhl, Deine Bank, Dein Sprachbuch."

"Wir vertrauen unsere Kinder Sebastian, Clara, Bavo, Sarah, Victor, Sonya und Joaquin Deiner Güte und Barmherzigkeit an", so der Dekan De Gendt noch.

"Sie sind unter uns und leben noch immer in uns, aber wir werden sie nie wieder sehen, unsere Kinder. Wir können sie nicht mehr in die Arme nehmen, ihnen nicht mehr auf die Schulter klopfen."

Danach bekamen die Angehörigen der Opfer das Wort. Pro Kind sprach eine Person. "Du hast mit Deiner Fröhlichkeit und Aufgewecktheit dieser Welt so viel gegeben ...Trotz der Leere, habe ich festgestellt, dass die Gedanken an Dich ein Lächeln auf meinen Lippen bewirken. Das ist das schönste Geschenk, dass Du mir machen konntest", so zum Beispiel der Pate von Sebastian. Eine andere Familie, die von Klara, die französischsprachig ist, las in ihrer Muttersprache vor: "Schlaf gut Klara, wir zählen auf Dich, um uns zu helfen."