"Gerhard Mercator und der blaue Planet"

Im Jahr des 500. Geburtstags des weltberühmten Kartographen Gerhard Mercator widmet sich auch die Ruhrgebietsstadt Duisburg Leben und Werk des in Flandern geborenen Universalgenies.
Mercators Weltkarte

Einer der Höhepunkte des Duisburger Mercator-Jahrs ist zweifellos die Ausstellung "Gerhard Mercator und der blaue Planet“ im Kultur und Stadthistorischen Museum Duisburg. Dieses Museum gilt als mit seiner umfangreichen Sammlung um den Kartographen als regelrechte Schatzkammer.

Die Ausstellung, die den Lebens- und Arbeitsweg Mercators nachzeichnet - Mercator hat fast die Hälfte seines Lebens in Duisburg verbracht, blickt weiter, denn sie beleuchtet auch die Geschichte von Kartographie und Navigation bis heute - quasi von Mercators erster Weltkarte "ad usum navigantum“ bis Google Earth, ohne dabei auf digitalem Wege und mit Hilfe eines großen Touchscreens den Umweg über die Raumfahrt zu vergessen.

Doch bedeutet dieser Touchscreen am Anfang der umfangreichen Schau nicht, dass es dort nichts historisches zu sehen gibt. Ganz im Gegenteil. Wertvolle Bücher aus Mercators Zeit sind dort ebenso zu entdecken, wie auch Kupferstiche und Drucke, historisch wertvolle Bilder und Gemälde oder wissenschaftliche Bücher und natürlich Atlanten aus der Entwicklung unseres 500 Jahre alten Protagonisten.

Das vorsichtig in gedämptem Licht ausgestellte Kartenmaterial sucht seinesgleichen. So sind Mercators Nordpolkarte oder Karten der damaligen Grafschaft Duisburg-Krefeld ebenso zu entdecken, wie auch "america nuvoa“ oder Karten zu den Niederen Landen und seiner früheren flämischen Heimat Anrwerpen. Natürlich sind dort auch Mercators Globen zu sehen, Gegenstände, deren Herstellung und Verkauf der Familie des Kartographen zu recht ansehnlichem Wohlstand verhalfen.

Besonders auffällig für Besucher aus Flandern, bzw. Belgien sind eine Stadtkarte von Antwerpen aus dem Jahr 1584 und der Druck eines Bildes, das die Festung von Mercators Geburtsort Rupelmonde zeigt. Hier saß der Wissenschaftler nämlich einige Monate wegen Ketzerei im Kerker, was ihn später dazu brachte, ins freiere Duisburg auszuwandern, wo er ungestört arbeiten, dozieren und Geschäfte machen konnte.

Man kann lernen und staunen

Die Ausstellung "Gerhard Mercator und der blaue Planet“ erklärt Mercators Theorien und auch dessen Arbeitsweise und macht damit verständlich, wie wir mit seiner Hilfe heute auf simple Weise mit Navigationshilfen wie UTM und GPS umgehen können.

Zum guten Schluss hat jeder Besucher der Präsentation begriffen, welchen unschätzbaren Wert das Schaffen von Mercator für uns alle hatte. Ohne ihn wären die erste Schritte auf dem Mond entweder nicht getan worden oder vielleicht ganz anders verlaufen.

Ganz nebenbei können anhand der Sammlung des Kultur und Stadthistorischen Museums Duisburg kleine aber feine "Nebensächlichkeiten“ entdeckt werden. So freute sich der Berichterstatter über einen hinter Glas eingerahmten belgischen 1.000 Frankenschein, den er seit der Einführung des Euro nicht mehr gesehen hatte. Und die vielen historischen Schiffsmodelle, Sextanten und Abbildungen rundeten die Ausstellung wunderbar ab.

Neben einer Auflistung einiger wichtiger Zeitgenossen Mercators - Karl V., Nikolaus Fugger, Kopernikus, Luther, Francis Drake, Magellan und Elisabeth II. - unterstrich ein Satz des Gefeierten selbst den Eindruck der Ausstellung: "Des Kosmos Tiefen zu erforschen ließ mich des Himmels Gunst“.

Infos

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Johannes-Corputius-Platz 1
D-47051 Duisburg
Tel.: 0049 (0) 203 / 283 2640
www.stadtmuseum-duisburg.de

Öffnungszeiten

Mo. geschlossen
Di. | Mi. | Do. | Sa. 10.00 - 17.00 Uhr
Fr. 10.00 - 14.00 Uhr
So. 10.00 - 18.00 Uhr