Belgiens Arbeiter: produktiv aber teuer

Im Vergleich zu 18 europäischen Ländern sind die belgischen Arbeitnehmer die produktivsten. Das belegt eine Studie des Unternehmerberaters PricewaterhouseCoopers. Wird aber die Gewinnmarge je Arbeitnehmer verglichen, schneidet Belgien schlecht ab.

Die hohe belgische Produktivität ist zum Teil der fortgeschrittenen Automatisierung der Arbeitsprozesse zu verdanken. Anderseits sind die hohen Lohnkosten, und dann vor allem die Sozialversicherungsbeiträge und der Lohn, verantwortlich für einen relativ niedrigen Ertrag.

Ein Ganztagsstelle erwirtschaftet in Belgien einen Umsatz von 239.000 €, aber für jeden investierten € erhalten Arbeitgeber nur 1,06 € zurück.

„Die Kostenstruktur ist viel zu unrentabel und das gilt insbesondere für das Dienstleistungsgewerbe, das doch die Zukunft der belgischen Wirtschaft sein soll“, so Peter De Bley (Foto) von PricewaterhouseCoopers.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es in Belgien nur wenige Faktoren gibt, die die Rentabilität verbessern könnten. Nur die Besteuerung und die Lohnnebenkosten lassen noch Spielräume.

Der Unternehmensberater hat 620 belgische Betriebe mit mindesten 250 Arbeitnehmern für diese Studie befragt. Insgesamt wurden 10.000 europäische Unternehmen verglichen.