Strengere Verkehrsregeln in der Mache

Nulltoleranz für Alkohol am Steuer bei Taxifahrern und anderen Berufsfahrern, höhere Geldbußen bei nicht angegurteten Kindern, ... Melchior Wathelet, Staatssekretär für Mobilität, verschärft die Vorschriften. Grund? Die Anzahl der Verkehrstoten ist wieder gestiegen.

Zwischen 2000 und 2010 ist die Anzahl der Verkehrsopfer, die innerhalb von 30 Tagen nach einem Unfall sterben, von 1.500 auf 840 Personen zurückgegangen. Das ist eine Senkung von 44 % - allerdings bleibt die Entwicklung unter den Erwartungen zurück. Die Verkehrsbehörden hatten eine 50%ige Senkung der tödlichen Opfer im Straßenverkehr anvisiert.

Schlimmer, so hat Staatssekretär Wathelet festgestellt: Die Zahl der Verkehrstoten auf belgischen Straßen ist 2011 um 4 % gestiegen.

"Das ist, als würden jedes Jahr über Belgien 5 Boing 737 abstürzen", sagte Wathelet gegenüber der Presse.

Dem belgischen Institut für die Verkehrssicherheit zufolge sind die Ursachen zu hohe Geschwindigkeit, ein unangemessener Fahrstil, Alkohol  oder Drogen am Steuer sowie das Nichttragen des Sicherheitsgurts.

Autofahrer, die ein zweites Mal bei verschiedenen schweren Verkehrsdelikten wie Fahrerflucht, Alkohol oder Drogen, Fahren ohne Führerschein, ... erwischt werden, sollen strenger bestraft werden.

Temposünder

Wer die geltende Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 40 km/h und auf anderen Straßen um 30 % überschreitet, verliert bei einem Rückfall innnerhalb von 3 Jahren sofort seinen Führerschein für drei Monate.
Eine vierte Verurteilung innerhalb von 3 Jahren führt zu einem Führerscheinentzug von 9 Monaten.

 

Nulltoleranz für Berufsfahrer

Taxichauffeure, Bus- und Lkwfahrer dürfen nicht mehr als 0,2 Promille im Blut aufweisen. Für die anderen Autofahrer bleibt die 0,5 Promillegrenze erhalten.

Allerdings hebt der Staatssekretär das Bußgeld für diese Verkehrsdelikte von 150 auf 170 Euro an. 

Berufsfahrer tragen eine größere Verantwortung sagte Wathelet noch: Sie müssen mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Gurtpflicht

Nur 50 % der Personen, die auf dem Rücksitz Platz nehmen, sind angeschnallt, ergab eine Untersuchung des Instituts. Dabei kann ein Autounfall bereits bei 20 km/h tödlich sein. Wer den Gurt vergisst, muss in Zukunft 100 Euro anstatt 50 Euro Strafe zahlen.

Bei einem Kind unter 12 Jahren erhöht der Staatssekretär das Bußgeld sogar auf 150 Euro.