"Regularisierung Illegaler ist ein Irrtum"

Die amtliche Regularisierung von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung führt dazu, dass andere Menschen, die sich auch illegal in Belgien aufhalten, zu radikalen Aktionen wie einem Hungerstreik führen. Das sagt Jozef De Witte vom Zentrum für Rassismusbekämpfung.

Regularisierungen einer großer Anzahl Menschen, die sich illegal in Belgien aufhalten, weckt bei gewissen Flüchtlingen die Illusion, ihre Aktionen müssten nur radikal genug sein und lange genug andauern, um zum Ziel zu gelangen.

De Witte (Foto) nannte einen Hungerstreik in der Zeitung "De Standaard" eine Form der Erpressung.

"Recht ist Recht. Wer kein Aufenthaltsrecht in Belgien hat, muss das Land verlassen", so der Leiter des Zentrums zur Rassismusbekämpfung gegenüber der VRT-Redaktion.

Dass Menschen sich zu extremen Aktionen hinreißen lassen, ist die Schuld der Politik: 2000 und 2009 nahmen die Behörden massive Regularisierungen vor, obwohl sie jedes Mal beteuerten, Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigungen würden nicht mehr regularisiert.

De Witte plädiert wohl für individuelle Regularisierungen aufgrund persönlicher Notlagen. 

 

Hungerstreik an der VUB

Zurzeit befinden sich 23 Männer seit 77 Tagen an der flämischen Freien Universität Brüssel VUB in einem Hungerstreik.

Einer der Männer hat sich die Lippen zusammennähen lassen.

Ein Arzt, der sie untersuchte, sagte, es bestehe keine Lebensgefahr. Zwar verweigern die Streikenden das Essen, nicht aber Tee, Wasser und Zuckerwasser.