Deutsche Rente für 2.500 Kollaborateure

Bei einer Untersuchung der Gründe, warum das deutsche Finanzamt die Altersrenten von Zwangsarbeitern besteueren wolle, fand Alvin De Coninck heraus, dass Deutschland noch stets eine Altersrente für 2.500 belgische Nazikollaborateure bezahlt.

2010 verabschiedete die deutsche Regierung ein Gesetz, dass den Besteuerungssatz von Kriegsrenten auf 17 % anhob. Eine Maßnahme aus Einsparungsgründen mit retroaktiver Wirkung ab 2005, die nicht gegen die Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges gerichtet sei, sondern gegen ihre Ausbeuter.

 

Militärs des Naziregimes erhalten eine Rente für ihre Dienstjahre während des Krieges, so Alvin De Coninck in der Zeitung "De Morgen":"was eigentlich normal ist, aber auch die Ausländer, die für die deutsche Armee im Einsatz waren, erhielten ebenfalls eine Pension."

Weil die Renten in Deutschland eine Angelegenheit des Bundes und die Steuern eine Angelegenheit der Länder ist, und beide Instanzen sich auf den Schutz des Privatlebens berufen, kann nicht festgestellt werden, wer eine Kriegsrente für seine Jahre als Zwangsarbeiter oder als Kollaborateur erhält.

Der Forscher schlussfolgerte, dass 13.500 belgische Zwangsarbeiter heute eine Altersrente von der deutschen Bundesregierung erhalten sowie ca. 2.500 Kollaborateure.