Tödliche Attacke mutiert zum Sozialkonflikt

Seit vier Tagen fahren in Brüssel weder Metros, noch Trams noch Busse aus. Auch für Mittwoch ist mit erheblichen Problemen zu rechnen. Nach Rücksprache mit den ihren Mitgliedern will die sozialistische Gewerkschaft weiter streiken. Die christliche Gewerkschaft reagiert weniger scharf, hat aber Verständnis für das Misstrauen der Arbeitnehmer gegenüber dem Versprechen, die Sicherheit auf dem öffentlichen Verkehrswegenetz mit mehr Polizei zu erhöhen.

Die Direktion der Brüsseler Verkehrsbetriebe hat die Arbeitnehmer aufgefordert, den Betrieb wiederaufzunehmen.

 

Das Personal der MIVB hatte Samstag die Arbeit niedergelegt, nachdem ein Kollege von einem agressiven Autofahrer einen Fausthieb bekommen hatte und an den Folgen starb.

Daraufhin forderten die Chauffeure der Metros, Trams und Busse verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, die nach einer langen Verhandlung mit Innenministerin Milquet und der MIVB-Direktion zugestanden wurden.

Joëlle Milquet (CDH) will 400 zusätzliche Polizisten bis Oktober 2013 einstellen und die Befugnisse der MIVB eigenen Sicherheitsbrigade ausdehnen.  Die Brüsseler Verkehrsbetriebe wollen diese Brigade auch mit 50 Mann verstärken.

MIVB: Schnell wieder an die Arbeit

Die sozialistischen und christlichen Gewerkschaftsvertreter begrüßen die Maßnahmen des Innenministeriums, können ihre Mitglieder aber nicht überzeugen.

"Früher wurden auch bereits solche Versprechen gemacht. Die Bundespolizei patrouillierte dann für 2 Wochen in den Metrostationen. Dann verschwanden sie wieder", so die Kritik der Arbeitnehmer.

MIVB-Direktor Kris Lauwers' (Foto) Aufruf die Arbeit wiederaufzunehmen, findet kein Gehör. "Wir haben die Streikaktion bislang unterstützt und sogar gesteuert. Deswegen sind so schnell Maßnahmen ergriffen worden."

"Kurz- und langfristig wird sich die Lage bessern. Jetzt ist es an der Zeit, Gefühle ruhen zu lassen, die Arbeit wiederaufzunehmen und unsere Kunden zu bedienen."