Gefängnisse: Kaum neue Wärter angestellt

Von den 1.000 von Bundesjustizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) angekündigten zusätzlichen Wachbeamten für die belgischen Gefängnisse sind gerade einmal vier in einem entsprechenden Ausbildungsverhältnis.

Die Gewerkschaften der belgischen Gefängniswärter haben einmal mehr die Alarmglocken läuten lassen, denn die Anwerbung und Ausbildung von dringend zusätzlich benötigten Wärtern verzögert sich und zeigt schon jetzt arge Probleme. Laut Plan müssten derzeit schon 45 im Dienst sein.

Im Hinblick auf den allgemeinen Wärtermangel und auf den geplanten Bau von vier neuen Gefängnissen hatte das belgische Justizministerium eine umfassende Anwerbekampagne auf den Weg gebracht, doch getan hat sich offenbar nur wenig.

Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass die entstandene Verzögerung einen rein finanziellen Grund habe, denn auf Grund von Sparmaßnahmen von Regierungsseite her seien derzeit die benötigten Finanzmittel nicht freizubekommen.

Derweil geht der Streik der Wärter in der Haftanstalt von Andenne (kleines Foto) in der wallonischen Provinz Namür weiter. Dort war ein Wachhabender am Ostersonnten bei einem Ausbruchsversuch zeitweise als Geisel genommen worden. Derzeit finden dort Gespräche mit der Gefängnisleitung statt.

Die Gewerkschaften warnen belgienweit vor einer Katastrophe, wenn sich nicht innerhalb des kommenden halben Jahres grundsätzlich etwas ändert. Ein Generalstreik steht im Raum, auch wenn damit nicht unmittelbar gedroht wird.