Nur zaghafter Neustart im Nahverkehr

Nach vier Tagen vollständigem Stillstand kommt der Betrieb bei der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB langsam wieder in die Gänge. Am Mittwochmorgen fuhren die ersten Metro-Züge und vereinzelt waren auch Straßenbahnen zu sehen.

Am Mittwochmorgen fahren die Metro-Linien 1 und 5 nach Fahrplan und auf den Linien 2 und 6 wird ein Minimalfahrplan angeboten – d.h. eine Bahn alle 20 Minuten. Bei Bussen und Straßenbahnen sieht die Lage weniger entspannt aus, denn nur auf vier der 18 Tramlinien fahren Züge (Linien 3, 4, 39 und 82) und nur auf sechs Buslinien wird Verkehr angeboten (Linien 13, 14, 49, 71, 87 und 95). Doch darauf kann man sich nicht verlassen, denn vereinzelt ziehen Streikposten zu Depots, die eigentlich ihre Busse fahren lassen wollen.

Die christliche Gewerkschaft ACV hat ihre angeschlossenen Mitglieder dazu aufgerufen, nach der tödlichen Attacke auf einen Mitarbeiter am vergangenen Samstag die Arbeit wieder aufzunehmen. Die liberale und die sozialistische Gewerkschaft stützen weiterhin die Arbeitsniederlegung des Personals.

Direkte Fahrplaninfo bietet die Webseite der Brüsseler Verkehrsgesellschaft MIVB. Alternativen sind weiterhin die Überlandlinien der flämischen Gesellschaft De Lijn und der wallonischen TEC, die auf ihren Linien auch Haltestellen innerhalb Brüssels bedienen.

Streikposten sind derzeit unterschiedlich aktiv. In den Depots von Schaarbeek und Molenbeek haben sie sich zurückgezogen, doch in Haren, Delta und Brels wird entweder weiter gestreikt oder Streikposten hindern von arbeitswilligen gefahrene Busse oder Bahnen an der Ausfahrt.

Arbeitsniederlegung aus Solidarität

Das Personal der flämischen und der wallonischen Nahverkehrsgesellschaften De Lijn und TEC wird am Donnerstag, zur Stunde der Beerdigung des bei der Ausübung seiner Arbeit am Samstag in Brüssel umgebrachten MIVB-Kollegen aus Solidarität die Arbeit niederlegen. Dieser Ausstand soll nur etwa eine Stunde lang dauern, wie eine Sprecherin der sozialistischen Gewerkschaft am Mittwoch angab.

Bei der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB wird die Solidaritätsaktion unterschiedlich angewendet. Die sozialistische Gewerkschaft will eine Viertelstunde lang die Arbeit unterbrechen und die christliche Gewerkschaft während zwei Minuten.