Der Nahverkehr kommt wieder in Gang

Nach Tagen des Stillstands kommen Busse und Bahnen der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB langsam wieder in Gang. Am Freitag soll wieder nach Fahrplan gefahren werden. Am Donnerstagnachmittag wurde der am Samstag getötete MIVB-Kontrolleur beerdigt.

Die Metrozüge in Brüssel fahren seit Mittwochabend wieder nach Fahrplan und immer mehr Bus- und Tramlinien nehmen den Verkehr wieder auf. Am Donnerstagmorgen waren keine Streikposten mehr vor den Depots der MIVB aufgezogen und alle arbeitswilligen Mitarbeiter konnten ungestört wieder antreten.

Manche Linien werden noch nicht bedient, anders sehen einen zaghaften Beginn der Fahrten und wieder andere folgen nahezu dem Fahrplan. Für Freitag und das kommende Wochenende wird mit einer Normalisierung der Lage gerechnet. Mehr Informationen bietet die Webseite der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB.

Am Mittwoch einigten sich die Gewerkschaften und die Direktion der MIVB mit Belgiens Innenministerin Joëlle Milquet (CDH - Foto) und der Brüsseler Regionalregierung darauf, dass ab Freitag 70 zusätzliche Polizeibeamte den Sicherheitsdienst der Verkehrsgesellschaft unterstützen werden. Finanziert wird dies durch die Region Brüssel-Hauptstadt. Diese Maßnahmen wurden notwendig, weil das Personal der MIVB nach dem Tod eines Kollegen, der am Samstag in Ausübung seines Dienstes von einer Person im Zuge eines Unfalls zwischen einem PKW und einem MIVB-Bus niedergeschlagen wurde und später verstarb. Seit dem hatte das Personal der Gesellschaft die Arbeit niedergelegt, denn man war die stetige Gewalt im Berufsleben gründlich satt.

Beerdigung am Donnerstag

Am Donnerstagnachmittag wurde der getötete MIVB-Sachverständige, ein Albaner, der fast 30 Jahre im Dienst der Verkehrsgesellschaft war, beerdigt. Viele Kollegen, die Rede ist von bis zu 2.000 Menschen, wohnten der Beerdigung und der anschließenden Trauerfeier bei. Die Kollegen der anderen belgischen Verkehrsgesellschaften, De Liin in Flandern, TEC in Wallonien und die belgische Bahngesellschaft NMBS, hatten ab 14 Uhr 30, wo es möglich ihnen möglich war, ihre Fahrzeuge aus Solidarität und in Anteilnahme an der nächsten Haltestelle oder am nächsten Bahnhof für 2 Minuten angehalten.

Inzwischen kündigte der belgische Fahrgastverband ZugTramBus Protest für den Fall an, dass der Nahverkehr in Brüssel nach Freitag weiter gestört bleibt. Der Verband gab an, hinter den Abmachungen mit der Innenministerin, der Region Brüssel und der MIVB-Direktion zu stehen, die Zahl der Sicherheitsbeamten um weitere 70 Personen aufzustocken.

"Wir haben Verständnis für die Aktionen, doch die Leute, die zur Arbeit fahren wollen, haben auch Rechte. Der öffentliche Nahverkehr ist für viele Menschen oft das einzige Mittel, zum Arbeitsplatz zu gelangen", sagte Jan Vanseveren, der Sprecher von ZugTramBus am Donnerstag.