Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln

Immer öfter werden Klagen von Patienten laut, nach denen sie oft vergeblich in den Apotheken des Landes nach ihrer dringend benötigten Medizin suchen. Offenbar entstehen Probleme, da entsprechende Mittel ins Ausland exportiert werden, weil sie dort mehr einbringen.

Das VRT-Reportagemagazin "Terzake - Zur Sache“ zeigte am Mittwochabend einen Beitrag über einen an HIV erkrankten Mann, der manchmal wochenlang auf der Suche nach seinem Aids-Hemmstoff ist.

Mittlerweile muss der Patient seine lebensnotwendigen Medikamente auf lange Sicht hin vorbestellen.

Apotheker in Belgien bestätigen unterdessen, dass sie bestimmte Medikamente oftmals nur schwerlich bestellen und in ihr Angebot aufnehmen können. Darunter sind z.B. Mittel, wie Aids-Hemmstoffe oder Blutverdünner. Der Grund sind Groß- und Zwischenhändler, die entsprechende Mittel lieber ins Ausland exportieren, da sie dort oft teurer als in Belgien sind und demnach mehr einbringen.

Preise für Arzneimittel liegen in Händen der jeweiligen nationalen Regierungen und können also von Land zu Land unterschiedlich gestaltet sein.

Freier Markt?

Rein rechtlich kann der Export von z.B. in Belgien produzierten Medikamenten nicht verhindert werden, da dies zu den Regeln des freien Marktes in der Europäischen Union gehört. Ethisch hingegen sollten lebensnotwendige und -erhaltende Arzneimittel aber nicht als gewöhnliche Handelsware angesehen werden, wie Ärzte, Patientenverbände und auch Apotheker in Belgien finden.

Aidspatienten haben ihre Mittel immer in konstanter Folge nötig. Eine Unterbrechung ihrer Behandlung durch Arzneimittelmangel kann lebensbedrohend sein. In Osteuropa, so die Kritiker, sei der Mangel an Medikamenten durch lukrativere Ausfuhr in andere Länder leider schon weit verbreitet.