Reportage: Was predigen Brüssels Imame?

Die Gleichheit zwischen Mann und Frau wird in den Moscheen in der belgischen Hauptstadt Brüssel durch radikale Imame offenbar in Frage gestellt. Dies lässt zumindest eine Reportage des frankophonen Rundfunks RTBF erahnen, denn Bilder einer jetzt ausgestrahlten Reportage mit verborgener Kamera zeigten eine klare Sprache.

Frédéric Deborsu, Journalist beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in französischer Sprache, RTBF, wohnte am Tag nach dem Weltfrauentag mit verborgener Kamera einer Predigt des Imams der Moschee im Brüsseler Stadtteil Anderlecht bei. Was er dort hörte, sprach eine deutliche Sprache.

Der Imam sagte zum Beispiel, dass der Weltfrauentag eine jüdische Erfindung sei und ein Fest, an dem nur vulgäre Frauen teilnehmen würden.

Ein rechtgläubiger Moslem dürfe daran nicht teilnehmen und man solle auf jeden Fall auf dem richtigen Weg bleiben: "Das Fest, dass die Undankbaren und die Vulgären geschaffen haben, gehört nicht zur Kultur der Moslems. Nur Unwissende respektieren dieses Fest oder Parteipolitiker, die die Menschen von göttlichen Weg ableiten wollen. Fürchtet Gott und folgt der Sunna und meidet Kulturen, die nicht zum Islam gehören.“

RTBF-Journalist Deborsu konfrontierte den Bürgermeister von Anderlecht, Gaëtan van Giodesenhofen (MR) mit der Reportage und den Aussagen des Imams und dieser war schockiert: "Was ich gehört habe, ist nicht hinzunehmen.“ Der Bürgermeister kündigte an, der Sache nachzugehen.

Konservative jugendliche Moslems

Frédéric Deborsu sprach nach der Predigt des Anderlechter Imams nach dem Weltfrauentag auch mit einigen Jugendlichen vor der Moschee über die Gleichheit von Mann und Frau. Einige etwa 20jährige junge Männer gaben an, ihre zukünftige Frau am liebsten verschleiert zu sehen und arbeiten sollte sie schon gar nicht.

Doch auch die jungen Frauen wirkten eher konservativ. Zum Beispiel versuchte der Journalist einigen Mädchen die Hand zu geben, doch diese verweigerten diese Art der Begrüßung. Deborsu entgegnete daraufhin, dass diese Geste keinen sexuellen Hintergedanken habe, doch auch als normales Zeichen der höflichen Begrüßung wollten die jungen Frauen nicht darauf eingehen. Eine junge Moslima sagte einen bemerkenswerten Satz: "Je mehr man uns abweist, desto entschlossener werde ich.“