Brüssel: Busse und Bahnen fahren wieder

Die Busse und Bahnen der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB fahren seit Freitagmorgen wieder nach Fahrplan. Bis Donnerstag war der Nahverkehr nach einem tödlichen Angriff auf einen MIVB-Mitarbeiter am Osterwochenende ausgesetzt worden.
Polizisten sorgen für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl in Brüssels Bussen und Bahnen

Von Samstag bis Ostermontag hatte die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB den Verkehr vollständig ausgesetzt. Am Dienstag sollte der Verkehr aber wieder rollen. Doch die Belegschaft der Gesellschaft dachte nicht daran, wieder an die Arbeit zu gehen und forderte mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr in Brüssel.

Versprochene Abmachungen sollen in die Tat umgesetzt werden und am Mittwochabend beschlossen die MIVB-Direktion, Brüssels Ministerpräsident Charles Piqué (PS) und Belgiens Innenministerin Joëlle Milquet (CDH) ab Freitag 70 zusätzliche Polizisten zur Sicherheit des Brüsseler Verkehrsnetzes einzusetzen. Mittelfristig sollen weitere 400 Beamte eingestellt werden.

Nach der Beisetzung des MIVB-Mitarbeiters am Donnerstag wurde der Verkehr schrittweise wieder aufgenommen und läuft seit Freitagmorgen wieder normal. Allerdings sind die meisten Fahrzeuge der Gesellschaft mit Trauerflor oder Solidaritätsbekundungen für den im Dienst getöteten Kollegen versehen.

Einge Busse werden seit Freitagmorgen von Polizeistreifen begleitet, die Straftaten verhindern sollen, bzw. die für ein verbessertes Sicherheitsgefühl sowohl bei den Fahrgästen, als auch beim fahrenden MIVB-Personal sorgen.

Täter will in U-Haft bleiben

Der 28jährige Mann, der den MIVB-Mitarbeiter am vergangenen Samstag tödlich verletzt hatte, bleibt in Untersuchungshaft. Der Anwalt des geständigen Täters gab am Freitag an, dass sein Mandant aus Respekt vor den Angehörigen seines Opfers eine Entlassung aus der U-Haft nicht beantrage. Der Mann hatte bei einem Verhör angegeben, dass er den 56jährigen MIVB-Sachverständigen nicht habe töten wollen. Inzwischen soll die Autopsie des Opfers bestätigen, dass der Mann tatsächlich nur mit einem Faustschlag tödlich verletzt worden war.