Verurteilten Polizisten wieder einstellen?

Ein belgischer Polizist, der nach einem Erpressungsversuch zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, soll nach dem Willen des Brüsseler Staatsrates wieder in den Polizeidienst übernommen werden. Der den Mann entlassende Polizeichef soll einen Formfehler begangen haben.

2004 hatte der Polizist den Vater einer vermissten jungen Frau versucht zu erpressen. Er hatte dem Mann vorgegaukelt, er könne dabei helfen, dessen vermisste Tochter zu finden. Dafür verlangte dafür aber 200.000 €. Der Vater der jungen Frau erstatte Anzeige, denn der Polizist ließ nicht mehr von sich hören.

Der Polizeibeamte wurde im Jahr 2006 wegen der Erpressung und dem Fehlverhalten im Dienst zu sechs Monaten Haft verurteilt und aus dem Polizeidienst entlassen.

Er zog danach vor den Staatsrat in Brüssel, um diese Entlassung anzufechten. Der Polizist bekam vor dem Staatsrat Recht, weil bei seiner Entlassung offenbar die belgische Sprachengesetzgebung nicht eingehalten worden war.

Genauer soll sein Vorgesetzter, der die Entlassung veranlasst hatte, nicht über eine entsprechende Sprachprüfung verfügt haben, was dieser laut der flämischen Tageszeitung de Morgen aber mittlerweile nachgeholt habe.

Die juristische Abteilung der belgischen Bundespolizei prüft zur Zeit das Urteil des Staatsrates und die Polizeiführung will den Vorgang vorerst nicht kommentieren. Bisher wurde der entlassene Beamte nicht wieder eingestellt.

Die damals vermisste junge Frau tauchte übrigens kurz nach ihrem Verschwinden in der britischen Hauptstadt London wieder auf.