Die Gefängniswärter bleiben enttäuscht

Nach Gesprächen mit Bundesinnenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) bleiben die Gewerkschaften der belgischen Gefängniswärter enttäuscht. Sie führen weiter Dienst nach Vorschrift und beharren auf bessere Sicherheits- und Arbeitsbedingungen.

Die ersten Gespräche mit der Ministerin haben das Gefängnispersonal offenbar nicht weiter gebracht und so wird bis mindestens Mittwoch nur ein Minimaldienst geleistet. Seit einem Ausbruch von Häftlingen in Arlon in der Provinz Luxemburg (großes Foto), bei dem zwei Straftäter unter anderem kurzzeitig zwei Wärter mit selbstgefertigten Messern als Geisel nahmen und leicht verletzten, schlagen die Wellen wieder hoch.

Innenministerin Turtelboom (Open VLD), eine flämische Liberale, hatte Metalldetektoren angeregt, durch die alle Häftlinge nach einem Hofgang durchmüssen, doch dies könne nur ein Teil der Lösung sein, so die Gewerkschaften. Auch die kurzfristig freizumachenden 800.000 € würden kaum ausreichen, wesentliches zu ändern. Zumal, wie ein Gefängniswärter am Wochenende gegenüber einer Tageszeitung erwähnte, bei weitem nicht alle gefährlichen Gegenstände aus Metall sein müssen…

Die Wärter fordern in erster Linie eine harte Bestrafung von Häftlingen, die Wachpersonal angreifen, dabei verletzten oder gar als Geisel nehmen. Die belgischen Haftanstalten sind veraltet, überbelegt und reichen bei weitem den heutigen Ansprüchen nicht mehr aus - weder in Anbetracht der Häftlinge selber, noch in der Sichtweise der Schließer. Auf beiden Seiten steigt der Frust, was zu immer dramatischeren Situationen führt.