Elio Di Rupo unterstützt François Hollande

Der Präsidentschafts-Wahlkampf im benachbarten Frankreich bleibt auch in Belgien nicht unbeachtet. Am Dienstagabend wird Belgiens Premierminister Elio Di Rupo (PS) beim Wahlkampfmeeting Hollandes im nordfranzösischen Lille zugegen sein.

Die beiden Sozialisten Elio Di Rupo (großes Foto) und François Hollande (kleines Foto) sind seit Jahren befreundet und so unterstützt der belgische Premierminister seinen Freund bei im Wahlkampf um das Präsidentenamt in der "Grande Nation“ auch, allerdings im Stillen.

Eine Rede halten wird Di Rupo am Dienstagabend in Lille nicht. Das überlässt er dem wallonischen PS-Parteichef François Giet. Allerding kommt die Präsenz Di Rupos in Lille und dessen Unterstützung bei der Regierungskoalition in Brüssel nicht besonders gut an.

Vor allem die frankophonen Liberalen der MR, z.B. deren Vorsitzender Charles Michel, kritisieren dessen Einsatz für den linken Präsidentschaftskandidaten in Frankreich. Der MR-Abgeordnete Dennis Ducarme sagte zum Beispiel dazu, dass der belgische Premierminister Regierungschef für alle Parteien sei, ob links oder rechts. Doch jetzt zeige er denen, die keine Sozialisten seien, dass er noch immer ein politischer Gegner ist.

Doch auch die MR hat so ihre politischen Vorlieben in Frankreich, denn nicht wenige frankophone Liberale in Belgien wünschen sich, dass Nicolas Sarkozy das Amt des französischen Staatspräsidenten behält und unterstützen ihn dabei mehr oder weniger still.

Stimmen aus Belgien

Die französischen Präsidentschaftswahlen finden an 22. April und am 6. Mai statt. Von den 105.000 Franzosen, die in Belgien leben, haben sich 66.879 in die Wahllisten eingeschrieben. Diese können in insgesamt 54 über ganz Belgien verteilte Wahlbüros ihre Stimme abgeben. Und auch rund 8.000 in unserem Land lebende Franzosen werden ihre Stimme in ihrer französischen Heimatgemeinde abgeben.