Benelux-Armeen: Gemeinsame Missionen

Die Armeen der Benelux-Staaten werden in Zukunft intensiver zusammenarbeiten und gemeinsam Auslandseinsätze bestreiten. Nach Ansicht von Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&H) könnte daraus in absehbarer Zeit eine einzige Armee werden.

Die Verteidigungsminister der Beneluxländer, Pieter De Crem für Belgien, Hans Hillen für die Niederlande und Jean-Marie Halsdorf für Luxemburg, haben am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel auf Schloss Hertoginnedal ein Abkommen über eine Zusammenarbeit auf Verteidigungsebene unterzeichnet.

Belgiens Verteidigungsminister de Crem (kleines Foto) sagte dazu am Mittwochmorgen im VRT-Frühstücksradio, dass man bereits auf Ebene der Marine kooperiere: "Wir werden jetzt dafür sorgen, dass auch die Landstreitkräfte und die Luftwaffe gemeinsam Missionen bestreiten können.“

In diesem Zusammenhang sprach De Crem von einem "Quantensprung“, der auch für ganz Europa ein gutes Beispiel sein könne: "Unverkennbar werden wir auf absehbare Zeit eine Armee mit einer Struktur werden, doch das wird noch einige Jahre lang dauern.“

Mit dem jetzt unterzeichneten Abkommen können Benelux-Einheiten gemeinsam für internationale Operationen eingesetzt werden. Belgiens Verteidigungsminister De Crem sagte am Mittwochnachmittag: "Das ist neu. Wenn jetzt eine internationale Anfrage für ein Mandat kommt, dann können wir quasi sofort ja sagen und diese oder jene Mittel einsetzen."

Die Niederlande und Luxemburg sind nicht die einzigen Länder, mit denen Belgien auf Verteidigungsebene eng zusammenarbeitet. Schon jetzt bilden unser Land und Frankreich gemeinsam Luftwaffenpiloten aus.

Belgische Marinefregatten werden in den Niederlanden unterhalten und ausgebessert und der Luftraum über den Beneluxländern wird in Zukunft von F 16-Kampfbombern abgesichert, die von einer Luftwaffenbasis aus eingesetzt werden sollen. In Afghanistan allerdings sind Belgien und die Niederlande in unterschiedlichen Regionen aktiv, wo sie sich nicht begegnen.