Die Kirche entschädigt Missbrauchsopfer

Die Katholische Kirche in Belgien hat mit Dutzenden der Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche auf direktem Wege Abkommen geschlossen. Dadurch erhalten die Opfer eine Entschädigung, wenn sie keine juristischen Schritte gegen die Kirche einleiten.

Zwar besteht seit Anfang des Jahres eine Kommission, die zwischen den Opfern von sexuellem Missbrauch durch Geistliche und der Katholischen Kirche in Belgien vermittelt, doch daneben trifft diese Kirche auch eigene direkte Abmachungen mit Geschädigten.

Bistümer, Klöster und Orden zahlen den Missbrauchsopfern Entschädigungen, wenn diese auf juristische Schritte gegen die Kirche oder direkt gegen ihre Peiniger verzichten.

Diese Möglichkeit, die Kirchenvertreter den "Dritten Weg“ nennen, kritisieren Opfer, deren Anwälte und auch verschiedene Mitglieder der parlamentarischen Missbrauchs-Kommission, wie der flämische Sozialist Renaat Landyut (SP.A). Der Vorgang steht unter dem Vorwurf der Vertuschungsaktion, doch Paul Quirijnen, der Anwalt der Katholischen Kirche, sieht in diesem "Dritten Weg“ auch Vorteile:

"Die, die diesen dritten Weg wählen, das kann man sehr deutlich spüren, sind Menschen, die ein Stück weit noch kirchenfreundlich eingestellt sind. Sie wollen noch vom Bischof, von der Kongregation empfangen werden. Da bemüht man sich redlich. Doch die, die die juristische Prozedur wählen, haben eine Garantie, dass all ihre Rechte respektiert werden. Das ist aber eine andere Ebene. Dieser Weg ist ein sicherer dritter Weg.“