40% der Belgier kauft schwarz ein

Fast 40 Prozent der Belgier hat im letzten Jahr ohne Kassenzettel eingekauft. Das geht aus einer Studie der Universitäten von Löwen, Lüttich und Brüssel hervor. 14 Prozent der Befragten gibt zu, dass er oder sie in den letzten 12 Monaten auch schwarz gearbeitet habe.

Der Studie zufolge hat der teuerste Ankauf, der letztes Jahr schwarz getätigt wurde, rund 1.553 Euro betragen. Einer der am häufigsten genannten Gründe für den Kauf ohne Kassenzettel ist der billigere Preis. Die Schwarzankäufe erfolgen häufiger bei Dienstleistungen als bei Gütern.

Handelt es sich um Schwarzarbeit, so gibt 14 Prozent zu, in den vergangenen Monaten schwarz gearbeitet zu haben. Dabei haben die Schwarzarbeiter im Durchschnitt 1.332 Euro verdient. Die Statistik über Schwarzarbeit wird jedoch unterschätzt. "Die Menschen geben weniger gerne Schwarzarbeit als Schwarzeinkäufe zu”, sagt Professor Jozef Pacolet von der Katholischen Universität  Löwen.

Die Studie widerlegt auch das Vorurteil, dass vor allem Sozialhilfeempfänger betrügen. Weniger als 5 Prozent der Befragten gibt an, dass er oder sie ihre Sozialhilfe mit Schwarzarbeit aufbessert. "Man kann nicht einfach betrügen, wenn man Sozialhilfe bekommt, denn es besteht eine Institution, die kontrolliert, ob Sie ein Recht auf die Hilfe haben. Außerdem riskieren Sie, dass man Ihnen Ihre Sozialhilfe streicht, wenn Sie erwischt werden”, so Professor Pacolet.

Auffallend ist, dass Menschen, die jemanden kennen, der schwarz arbeitet oder schwarz einkauft, auch eher geneigt sind, zu betrügen. "Und so geraten Sie schnell in eine Spirale von Schwarzarbeit oder Schwarzeinkäufe", erklärt Pacolet.

“Deshalb muss die Kontrolle durch den Staat intensiviert werden. Die Befragten geben sogar an, dass sie weniger Betrug begehen würden, wenn mehr kontrolliert würde. Das könnte also zu mehr Steuereinkünften führen."

Für den Staatssekretär für Betrugsbekämpfung, John Crombez (kleines Foto), könnte eine bessere und zielgerichtetere Kontrolle helfen, der Bevölkerung klar zu machen, dass hart gegen Betrug vorgegangen wird. Das würde jede Menge Menschen zum Nachdenken über Betrug anregen.