Kein "Golden Handshake" für Dexia-Boss?

Belgische Medien haben in den vergangenen Tagen gemeldet, dass Pierre Mariani, derzeit noch CEO bei der notleidenden Dexia Bank, bei einer Kündigung eine Abfindung von 1,2 Millionen € fordert. Premier Di Rupo (Foto) hat mit solchen Abfindungen Probleme.

Belgiens Premierminister Elio Di Rupo (PS ) hat sich nach den Medienberichten zu den Abfindungsmeldungen um Noch-Dexia-Boss Mariani negativ zu hohen Abfindungen für ihn und andere hohe Manager von staatlichen Unternehmen bzw. von Banken, die nur mit Geldern der öffentlichen Hand überleben können, ausgesprochen.

Im konkreten Fall einer eventuellen Abfindung für Pierre Mariani (Foto) müsse allerdings noch eine Absprache mit den französischen Vertretern des Dexia-Verwaltungsrates getroffen werden. Pierre Mariani, selbst ein französischer Staatsbürger, hat noch einen Vertrag bis 2015 bei der Dexia Gruppe.

Er wies Medienberichte, nach denen er eine Abfindung oder Schadensersatz bei einer Vertragsauflösung mit seinem derzeitigen Arbeitgeber einfordert, in einer Pressemitteilung energisch zurück.

Maulkorb fürs Parlament?

Abgeordneten des belgischen Bundesparlaments könnte in Zukunft Ungemach drohen, wenn sie Details aus geheimen Informationen, zum Beispiel aus den Ausschüssen, an die Medien oder an Dritte weitergeben. Derzeit prüft das Parlament, ob man in solchen Fällen sogar Strafen gegen Abgeordnete verhängen kann. Grund für entsprechende Debatten sind Medienberichte zum Thema Dexia-Debakel (siehe oben) oder zum parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Dutroux-Affäre.

Meldungen, nach denen die Dexia Restbank eine Kapitalerhöhung brauche, hatten in der vergangenen Woche für Panik gesorgt, denn der LDD-Abgeordnete Jean-Marie Dedecker hatte Details aus dem Ausschuss und Aussagen des Nationalbank-Vorsitzenden Luc Coene weitergegeben, was zu entsprechenden Medienwellen führte.

Zudem hatte Laurent Louis, der für seine Ein-Mann-Partei MLD in der ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments sitzt, vor kurzem für einen handfesten politischen Skandal gesorgt. Bei einer Pressekonferenz zum Thema Pädophilie zeigte er Fotos von der Autopsie von Opfern des Kinderschänders Marc Dutroux, die aus den Akten des damaligen Untersuchungsausschusses kamen.