Belgien: Trotz Pleiten Wirtschaftswachstum

Einer ersten Einschätzung der belgischen Nationalbank (NBB) zufolge geht hervor, dass das belgische Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent gewachsen ist. Das ist besser als die Prognose der NBB. Die Zahl der Firmenpleiten hat hingegen einen Rekord gebrochen.

Nach einem negativen letzten Quartal 2011 hat die belgische Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres erneut um 0,3 Prozent angezogen. Das ist besser als die NBB erwartet hatte. Die Zahlen sind noch nicht definitiv, weil es sich um eine erste Einschätzung handelt. Sie sind zudem auffällig, weil immer mehr Euroländer in die Rezession abrutschen. Dennoch gebe es keinen Grund, zu feiern, heißt es bei der NBB, “denn die Krise ist noch nicht vorbei."

Außerdem hat die NBB weitere gute "symbolische" Nachrichten für uns: "Das Wachstum des dritten Quartals 2011 wurde von -0,1 Prozent auf 0,0 Prozent heraufkorrigiert. Technisch gesehen hat es also keinen Konjunkturrückgang in unserem Land gegeben. Dafür sind nämlich zwei Quartale mit Negativwachstum in Folge nötig.

Und jetzt zu den schlechten Nachrichten...

Das waren also die guten Nachrichten. Laut des Studienbüros Graydon habe es noch nie so viele Firmenpleiten gegeben wie im Monat April dieses Jahres. Über 900 Unternehmen haben Bankrott gemacht. Das ist ein Viertel mehr als im April letzten Jahres. Insbesondere dem Hotel- Café- und Gaststättengewerbe gehe es schlecht. Das Studienbüro rechnet sogar mit noch mehr Firmenpleiten. Allein in diesem Jahr haben bereits rund 8.500 Menschen aufgrund eines Firmenbankrotts ihren Arbeitsplatz verloren.