Meiden Expats Flandern?

Die Expats, also Ausländer, die sich in unserem Land niederlassen, um hier zu leben und zu arbeiten, meiden offenbar Flandern. Dies tun sie aufgrund der Sprachanforderungen, die Flandern an die Ausländer stellt, schreibt die französischsprachige Tageszeitung Le Soir auf der Grundlage einer Studie von Rudi Janssens, Professor an der Freien Universität Brüssel (VUB) und Forscher bei BRIO (Brussels Informatie- Documentatie- en Onderzoekscentrum).

Die Mehrzahl der Expats woht in Brüssel 190.000 oder in der Brüsseler Peripherie (50.000). Es handelt sich häufig um Eurokraten, Diplomaten oder Mitarbeiter internationaler Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen.

In einer Studie mit dem Titel "Expat Survey" wurden 3.000 Expats danach gefragt, wie sie selbst ihre Integration in die Gesellschaft vor Ort empfinden. Von 31 Ländern steht unser Land nur an 26. Stelle.

Janssens weist auf die Sprachanforderungen hin, die Flandern vorschreibt. Obwohl Expats nicht verpflichtet sind, so genannte Einbürgerungskurse, also Kurse über Gewohnheiten und Bräuche in Flandern zu belegen, kann es sein, dass der Wille zur Verpflichtung von Niederländisch in bestimmten Gemeinden um Brüssel herum negative Reaktionen von Expats hervorrufen. Dies ist zum Beispiel oft der Fall, wenn Expats in Rathäusern mit Aufschriften wie "Hier spricht man Niederländisch" konfrontiert werden.

Aus der Studie geht übrigens auch noch hervor, dass die Ausländer in und um Brüssel herum vor allem Englisch (96,7 Prozent) und Französisch (65,9 Prozent) sprechen gegenüber 15,3 Prozent, die des Niederländischen mächtig sind.

Die Analyse sei laut Le Soir Teil einer breiter angelegten Studie der flämischen Regierung in Zusammenhang mit der Internationalisierung der flämischen Gemeinden um Brüssel herum.