2011 galten 1.604 Menschen als vermisst

Die SOKO Vermisste Personen der belgischen Bundespolizei hat im vergangenen Jahr 1.604 Fälle von verschwundenen Personen bearbeitet. Diese SOKO greift ein, wenn ein Verschwinden beunruhigend wirkt. Die meisten Verschwundenen wurden schnell wieder gefunden.
Polizisten durchkämmen ein Waldstück auf der Suche nach einer vermissten Person

Letztes Jahr gingen bei der SOKO Vermisste Personen 1.604 Meldungen von beunruhigenden Vermisstenfällen ein. In 1.508 dieser Fällen tauchten die Vermissten - tot oder lebendig - wieder auf. 1.357 Personen konnten lebend aufgefunden werden, bzw. tauchten von selbst wieder auf. Insgesamt 96 dieser Vermisstenfälle aber bleiben nach wie vor ungelöst.

Von den 151 Toten hatten sich 112 das Leben genommen und 25 Kamen bei oft tragischen Unfällen ums Leben. Die anderen starben eines natürlichen oder eines gewaltsamen Todes.

In 148 Fällen verschwanden an Alzheimer erkrankte verwirrte Personen. 143 von ihnen wurden lebend wiedergefunden. Ende letztes Jahr wurde zum ersten Mal das System “Child Alert” genutzt, nachdem im Dezember ein neunjähriges Kind aus Wanze verschwand. Es wurde glücklicherweise wohlbehalten wieder aufgefunden. Die größte Gruppe der Verschwundenen bildeten die Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 69 Jahre, wie Alain Remue (Foto), der Leiter der SOKO Vermisste Personen angab.

Wie die belgische Bundespolizei in ihrem Jahresbericht 2011 weiter angibt, wurden auf Anfrage von insgesamt fünf Staatsanwaltschaften 73 km Wasserläufe Flüsse, Kanäle aber auch Bäche und stehende Gewässer - auf der Suche nach Vermissten abgesucht. Dabei sind sechs Leichen und 57 Fahrzeuge gefunden worden.

Dabei konnte der älteste ungelöste Fall abgeschlossen werden. Dabei ging es sich um eine Frau, die Anfang der 1980er Jahre in Gent verschwunden war. In einem Fahrzeugwrack, das Ende Juni 2011 aus dem Kanal Gent-Ostende gehoben wurde, fanden sich die sterblichen Überreste der Vermissten.