Geldwäsche: 700 Mio. € Schwarzgeld entdeckt

Die belgische Anti-Geldwäsche-Behörde konnte im Jahr 2011 rund 700 Mio. € an Schwarzgeldern entdecken. Von rund 20.000 Verdachtsfällen leitete die Behörde 1.300 Dossiers weiter an Polizei und Justiz.

Alle Institute, die mit Geldsachen zu tun haben, sind angehalten, sich beim Anti-Geldwäscheamt zu melden, wenn bestimmte Vorgänge verdächtig erscheinen. Diese gesetzlich verfügte Meldepflicht betrifft nicht nur Banken, Wechselstuben oder auch Kasinos, sondern auch Anwälte, Notare und Immobilienhändler.

Die Behörde übergab 1.300 Dossiers aus den insgesamt 20.000 im vergangenen Jahr gemeldeten Verdachtsfällen an Justiz und Polizei. Im gleichen Jahr konnten die Ermittler rund 700 Mio. € an Schwarzgeldern aufdecken - Gelder, die am Staat vorbei illegal erworben worden waren und über offiziell erscheinende Verfahren weißgewaschen werden sollen.

Jean-Claude Delepière, der Direktor der Anti-Geldwäsche-Behörde, gab an, dass die Erfolge seines Amtes teilweise für eine Überbelastung bei der Justiz sorgen. So werden große Staatsanwaltschaften, wie z.B. die von Brüssel, mit Schwarzgelddelikten regelrecht überhäuft.

Die Behörde stellt übrigens in jüngster Zeit neue Phänomene fest. Zum einen versuchen immer mehr politisch extreme Kreise illegal erworbenes Geld in Belgien weiß zu waschen und zum anderen werden vermehrt Scheinfirmen eingerichtet, mit dem Ziel, diese später aus finanztechnischen Gründen wieder pleitegehen zu lassen.