Reynders: "Meine Wahl war das nicht"

Die Wahl für Hollande war eher eine Wahl gegen Sarkozy. Das hat unser Außenminister Didier Reynders in der Frühsendung "De Ochtend" in der VRT gesagt.

Dass Reynders Sarkozy lieber als neuen Präsidenten Frankreichs gesehen hätte, ist allgemein bekannt. "Meine Wahl war eindeutig, aber es war die Wahl der Franzosen und das müssen wir respektieren", reagierte der belgische Außenminister im VRT-Radio nach dem Sieg Hollandes.

"Es war vielleicht eher eine Position gegen Sarkozy als für ein echtes Projekt, also warten wir jetzt auf ein echtes Projekt von Herrn Hollande. Sie können das übrigens am Wahlergebnis erkennen: 2 Millionen Wähler mit leerem oder ungültigem Wahlzettel ist eine sehr hohe Ziffer. Es ist also eine Wahl gegen einen Mann, vielleicht sogar eher gegen einen Mann als eine Poltiik", sagte Reynders.

Reynders befürchtet, dass sich Hollande zu viel auf neue Ausgaben fokussiert. Ein Wachstumspakt ist eine gute Sache, so der Minister, aber ihm zufolge sollte der Schwerpunkt auf einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und auf einer Verbesserung des Binnenmarktes der EU liegen.

Reynders hält die derzeitige Übereinkunft mit Frankreich über die Garantien für Dexia noch immer für richtig. "Die Sozialisten halten dieses Abkommen jedoch für eine Katastrophe. Ich hoffe, dass mit zwei Freunden in Paris und Brüssel eine ausgeglichenere Lastenverteilung gefunden werden kann", so Reynders noch zynisch zur Situation der Dexia Holding.

Belgien und Frankreich sind gemeinsam Anteilseigner der vom Konkurs bedrohten Dexia-Restbank.