Dexia: Millionenverluste zum Jahresbeginn

Die Dexia-Holding hat allen Erwartungen entsprechend, im ersten Quartal des laufenden Jahres Millionenverluste eingefahren. Am Mittwochmorgen teilte die Holding mit, dass sich der Verlust auf 431 Millionen € beziffert. Einziger Trost: Das Minus ist kleiner als in den vier Quartalen 2011.

Die Dexia-Holding steht vor einem großen Umbruch. In diesen Tagen soll der Vorstand teilweise erneuert werden, mit Karel De Boeck steht ein neuer CEO in den Startlöchern und nicht zuletzt soll aus der so genannten "bad bank“, der Restbank der zerschlagenen belgisch-französischen Dexia-Gruppe, wieder eine gesunde Einrichtung werden.

Diese Woche findet eine Vorstandssitzung und die Jahres-Haupt-Versammlung der Aktionäre bei der Dexia-Holding statt. Hier wurde auch bekannt, dass die Holding im vergangenen Jahr Verluste von über 11 Milliarden € eingefahren hatte.

Die Holding kann derzeit nur über belgische, französische und luxemburgische Staatsgarantien bestehen. Dass die Dexia-Holding auch in nächster Zeit weitere Verluste einfahren wird, ist klar. Deshalb plant man, die so genannten "vorläufigen Garantien“, die eigentlich Ende Mai auslaufen, zu verlängern.

Vorstand nicht haftbar für Dexia-Debakel

Die Mitglieder des Verwaltungsrates der Dexia Bank Belgien, die heute Belfius heißt, sind von ihrer Haftbarkeit entbunden worden. Die Aktionäre entlasteten den Vorstand am Mittwoch bei ihrer Jahreshauptversammlung. Dadurch müssen die Vorstandsmitglieder für Fehler im Laufe ihres Mandats nicht mehr gerade stehen. Einziger Anteilseigner von Dexia Bank Belgien/Belfius ist übrigens der belgische Staat. Zum Verwaltungsrat dieser Bank gehörte auch der belgische ex-Premier Jean-Luc Dehaene. Heute ist der Belfius-Vorstand aus politisch unabhängigen Personen zusammengestellt.

Nun stellt sich die Frage nach der Entlastung des Verwaltungsrates der Dexia-Holding. Die flämische Landesregierung fordert derzeit einen Aufschub dieser Frage und verlangt vorher mehr Klarheit über eine Anzahl von Punkten, wie z.B. die Verteilung der staatlichen Garantien zwischen Belgien und Frankreich, der Standpunkt der Europäischen Union zu diesem Thema oder die Kosten für die Banklizenz für die Dexia Gruppe. Flandern gehört zu den kleineren Anteilseignern bei Dexia und kann gegen eine Entlastung des Vorstands stimmen.