Geht uns bald das Licht aus?

Die heutige Stromkapazität reicht langfristig nicht mehr aus. Vielleicht werden wir schon im nächstes Jahr oder spätestens 2014 mit Strompannen rechnen müssen, falls die drei ältesten Atomkraftwerke Belgiens 2015 vom Netz genommen werden. Das geht aus einer Studie hervor, die der für Energie zuständige Staatssekretär Melchior Wathelet in Auftrag gegeben hat. Wird die Regierung Di Rupo das Gesetz zum Atomausstieg kippen?

Zu den Engpässen kann es vor allem in Monaten sehr hohen Stromverbrauchs kommen wie das in den Wintermonaten der Fall ist. Die so genannten black-outs werden sich besonders 2014 bemerkbar machen, weil in den nächsten Jahren ältere Steinkohle- und Erdgaskraftwerke stillgelegt werden.

2015 müssen dann laut dem vereinbarten Atomausstieg (2003: Gesetz zum Ausstieg aus der Atomenergie - durch die damalige Regierung festgeschrieben) drei Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Es handelt sich um zwei Reaktoren in Doel und um einen Reaktor in Tihange.

Alternative Energien wurden in der Studie nicht berücksichtigt, denn die Kapazität von Wind- und Sonnenenergie kann noch nicht gelagert werden.

Der Bericht gibt der Regierung Di Rupo Argumente, um das Gesetz zum Atomausstieg zu kippen. Die Regierung muss bis zum 21. Juli eine Entscheidung hierzu treffen.

Möglicherweise bleiben entweder der große Reaktor von Tihange oder die beiden kleineren Reaktoren von Doel länger am Netz. Eine andere Möglichkeit wäre, Alternativen zu suchen oder einige Steinkohle- oder Erdgaskraftwerke länger laufen zu lassen, heißt es bei Wathelet (kleines Foto).