Belgien: Weniger Soldaten in Afghanistan

Unser Land beginnt ab September damit, die Truppenstärke in Afghanistan zu verringern. Nach Plänen der belgischen Bundesregierung soll die Zahl der dort stationierten Soldaten um fast die Hälfte gesenkt werden.

Premierminister Elio Di Rupo (PS) sagte am Donnerstag im belgischen Bundesparlament, dass die Zahl der Soldaten in Afghanistan noch in diesem Jahr von derzeit 626 auf 360 gesenkt werde. Zum vollständigen Abzug der belgischen Truppen aus Afghanistan sagte Di Rupo auf Anfrage von Abgeordneten, dass das Koalitionsabkommen in dieser Frage deutlich sei: "Der Abzug der belgischen Truppen aus Afghanistan wird dieses Jahr beginnen mit einer definitiven Rückkehr bis spätestens 2014.“ Was danach geschehe, so Di Rupo, sei noch nicht vereinbart.

Vor einigen Tagen hatten Bundesverteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) und Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) im Zuge eines Besuchs bei den belgischen Soldaten angedeutet, die Möglichkeit bestehe, dass belgische Soldaten auch nach 2014 im Land bleiben könnten. Diese würden dann als Ausbilder aktiv sein. Die Nato hatte schon 2010 beschlossen, dass der Abzug der internationalen Kampftruppen bis Ende 2014 beendet sein solle. Zuvor solle die Sicherheitsverantwortung Schritt für Schritt an Armee und Polizei Afghanistans übergeben werden.

Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums in Brüssel wurde seit Januar die Zahl der Einsätze der sechs belgischen F-16-Kampfbomber um ein Drittel auf nunmehr 200 Flüge pro Monat reduziert. Dies entspreche der derzeit besser gewordenen Sicherheitslage in Afghanistan, hieß es dazu in der belgischen Hauptstadt.