Zugunfall in Godinne: Explosionsgefahr

11/05/12 - In Godinne bei Yvoir (Provinz Namür) sind am Freitagmorgen zwei Güterzüge zusammengestoßen. Dabei kam eine kleine Menge eines entflammbaren chemischen Produktes frei. Anwohner und eine nahegelegene Schule wurden evakuiert.
Spezialisten sichern den beschädigten Tankwagen

Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Verantwortliche der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB sicherten den Unfallort, um den ein weiträumiger Sicherheitsperimeter herum eingerichtet wurde. In der näheren Umgebung des Unfalls wurden Anwohner, die Bewohner eines Seniorenheims und die mehr als 250 Schüler des Saint-Paul-de-Godinne-Kollegs evakuiert. Zeitweise herrschte Explosionsgefahr.

Die aus einem der verunfallten Tankwagen geflossene chemische Flüssigkeit, Kohlenstoffdisulfid 1131, ist leicht entflammbar und kann sich auch bei statischer Aufladung entzünden. Deshalb begaben sich auch Techniker und Chemiker von Solvay, dem Hersteller des Produkts, an den Unfallort (großes Foto).

Die Unfallursache ist noch unbekannt, könnte jedoch auf ein nicht-funktionierendes Signal zurückzuführen sein. Schon länger soll im zuständigen Stellwerk von Dinant ein Problem bei einem bestimmten Signal bekannt gewesen sein, wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag meldete. Bei dem Unfall wurden die beiden Lokführer der Züge, die auf einem eingleisigen Gleisabschnitt kollidiert waren, leicht verletzt. Einer von ihnen konnte das Krankenhaus bereits im Laufe des Tages wieder verlassen.

Die beide Züge kamen aus Frankreich. Einer der Züge hatte Châtelet bei Charleroi zum Ziel und der andere den Hafen von Antwerpen. Bei dem Zusammenstoß wurden viele Güterwagen zerstört. Die Trümmer türmten sich hoch auf und einzelne Waggons landeten weit neben dem Gleisbett (kleines Foto). Da der Unfall auf einer eingleisigen Strecke stattfand,wurde der Nahverkehr unterbrochen. Reisezüge werden wohl das ganze Wochenende hier nicht fahren. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein.