Ein Jahr Bewährung für einen Baby-Verkauf

Ein Gericht in Gent hat die leiblichen Eltern eines heute vier Jahre alten Kleinkindes zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und zur Zahlung eines Bußgeldes verurteilt. Das Ehepaar hatte ihr Neugeborenes für 7.500 € an ein kinderloses Paar in den Niederlanden verkauft.

Das Gericht in Gent gab als Begründung für sein hartes Urteil an, dass die Gesellschaft den Handel mit Kindern nicht tolerieren könne. Das Ehepaar, das bereits ein Kind hatte, verkaufte vor vier Jahren ihr neugeborenes Söhnchen aus akuter Geldnot heraus an ein kinderloses Paar aus den Niederlanden. Die beiden Paare hatten sich im Internet gefunden und den Handel ausgemacht.

Die Niederländer zahlten damals 7.500 € für das Baby. Das Genter Ehepaar wurde jetzt zu jeweils einem Jahr Haft auf Bewährung und zur Zahlung eines Bußgeldes von je 550 € verurteilt. Zudem muss der vollständige Erlös des Kinderhandels auf ein Sperrkonto des heute vierjährigen Kindes eingezahlt. Bei Volljährigkeit soll der Junge dieses Geld ausgezahlt bekommen. Das Kind lebt heute schwer verstört bei einer Pflegefamilie.

Auch die Großmutter des flämischen Ehepaars erhielt eine Bewährungsstrafe für die Dauer von acht Monaten. Sie hatte von dem Handel gewusst und nichts dagegen unternommen. Die niederländische Justiz hatte das Ehepaar, das den kleinen Jungen vor vier Jahren gekauft hatte, bereits letztes Jahr zu jeweils acht Monaten Haft auf Bewährung und zur Ableistung von gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Damals wie heute sorgt dieser Fall von Kinderhandel für Schlagzeilen sowohl im belgischen Bundesland Flandern, als auch in den Niederlanden.