Eurostar: 10 neue Verbindungen in Europa

Die internationale Eisenbahngesellschaft Eurostar bläst zum Angriff auf die Luftfahrt und kündigte jetzt 10 neue Verbindungen in den nächsten vier bis fünf Jahren an. Brüssel soll dabei in Zukunft zu einem europäischen Verkehrsknotenpunkt werden.

Eurostar-Generaldirektor Nicolas Petrovic sagte gegenüber der britischen Ausgabe der Wirtschaftszeitung Financial Times in London: "Wir hoffen, dass die Reisenden mit europäischen Städten als Ziel 2016 oder 2017 eher den Eurostar, als das Flugzeug nehmen.“ Langfristig soll Brüssel neben London zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Eurostar-Gesellschaft werden.

Bisher verbindet der Eurostar die britische Hauptstadt über den Eurotunnel mit Paris und Brüssel. Doch bald sollen Amsterdam, Lyon und Genf, aber auch Köln und Frankfurt von London aus direkt angesteuert werden. Damit fischt Eurostar nicht nur im Teich der Billigflüge, sondern auch in dem der Deutschen Bahn AG, die ja seit Jahren von einer ICE-Verbindung von Frankfurt über Köln und Brüssel via Kanaltunnel nach London spricht. Allerdings zieht sich dieses Vorhaben immer weiter nach hinten und jetzt wird erst einmal 2015 als Fernziel anvisiert.

Eurostar ist zu 55 % in Händen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, zu 40 % von London & Continental Railways (LCR) und zu 5 % von der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB. Die restlichen Anteile gehören so genannten "stillen Gesellschaftern“. Jährlich befördert der Eurostar rund 9,7 Millionen Fahrgäste durch den Kanaltunnel von und nach London.