Viele Energiekunden legen Beschwerde ein

Belgiens Ombudsdienst für Energiefragen hat im vergangenen Jahr etwa 9.000 Klagen von Kunden der verschiedenen Gas- und Stromlieferanten erhalten. Damit hat sich die Zahl der Beschwerden in diesem Bereich im Laufe von nur einem Jahr etwa verdoppelt.

Die Klagewelle gegen die belgischen Energielieferanten hat in erster Linie mit den in jüngster Vergangenheit erfolgten Tariferhöhungen zu tun, wie Energie-Ombundsmann Erik Houtman gegenüber der VRT-Nachrichtenradaktion andeutete. Und dabei ging es auch um die Verdopplung der Strafen, die Kunden zahlen müssen, wenn sie den Anbieter wechseln:

"Die Kunden werden zweimal bestraft, während unser Standpunkt ist, dass man nur einmal eine Entschädigung für eine Vertragskündigung entrichten kann. Schließlich unterzeichneten die Abnehmer auch nur einen Vertrag. So etwas kam in erster Linie in Flandern und da im Besonderen in Antwerpen vor, wo Energiekunden Strom und Gas im Gruppenverband kauften.“ Hier wurden offensichtlich jeweils die Kundengruppen und die einzelnen Mitglieder aufgefordert, eine Konventionalstrafe zu zahlen.

Mittlerweile haben die Energielieferanten eingesehen, dass man nur einmal ein Bußgeld für eine vorzeitige Vertragskündigung einfordern darf. Im belgischen Bundesparlament wird derzeit über einen Gesetzesentwurf beraten, der das Einfordern von doppelten Entschädigungsforderungen grundsätzlich verbietet, doch ein entsprechendes Gesetz lässt noch auf sich warten. Inzwischen versuchen einige Anbieter noch immer, doppelte Strafen einzutreiben. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind, wenn sie einen Wechsel zu einem günstigeren Strom- oder Gasanbieter planen.