Zugunglück: Anwohner werden entschädigt

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB bietet den Anwohnern, die nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge am vergangenen Freitag in Godinne noch immer nicht in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, eine finanzielle Entschädigung.

Fünf Tage nach dem Zusammenstoß von zwei Güterzügen auf einem eingleisigen Streckenabschnitt in Godinne (Provinz Namür) konnte die im Zuge des eingeleiteten Katastrophenplans erlassene Sperrzone noch nicht aufgehoben werden. In einem der Waggons konnte eine übriggebliebene kleine Menge einer gefährlichen Chemikalie bisher immer noch nicht abgepumpt werden.

Jetzt hat Infrabel, der Gleisnetz- und Infrastrukturbetreiber der belgischen Bahnholding, den 300 betroffenen Anwohnern, die erst am Dienstagabend für rund eine Stunde in ihre Wohnungen zurückkehren durften, um einige Habseligkeiten zu holen, jeweils eine Entschädigung über 500 € zugesagt. Damit, so Infrabel, habe man aber keine Verantwortung für den Unfall übernommen.

Jene Bewohner, die sich weigerten, ihre Wohnung zu verlassen, müssen mit strafrechtlichen Folgen rechnen. Die Staatsanwaltschaft von Dinant hat gegen 10 Personen, die sich den Anordnungen der Behörden wiedersetzt haben, bereits ein Strafmandat zukommen lassen.

Nach dem Unfall ist auch die Bahnverbindung zwischen Namür und Dinant weiter vollständig unterbrochen. Infrabel will die Gleisanlagen rund um die Unfallstelle gründlich analysieren. Es steht der Verdacht im Raum, das Signalinstallationen nicht funktioniert haben, auch wenn die Bahn von menschlichem Versagen spricht.