Ein Dutzend Belgier in Frankfurt verhört

Unter den Aktivisten, die am Freitag in Frankfurt am Main gegen die EU-Krisenpolitik und die Macht der Banken demonstrierten, waren auch mehrere Belgier. Ein Dutzend unserer Landsleute werden von der deutschen Polizei verhört. Das meldet das Komitee für die Streichung der Schulden der Dritten Welt (CADTM) in einer Pressemitteilung. Insgesamt wurden über 40 Demonstranten festgenommen.

Die Demonstranten wollten ursprünglich von Mittwoch bis Samstag im Frankfurter Bankenviertel auf die Straße gehen. Die Stadt Frankfurt hatte die Demonstrationen verboten, weil sie eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sah. Nur am Samstag darf ein Demonstrationszug stattfinden, so hatten Gerichte Anfang der Woche entschieden.

Trotz der Verbote hatten sich am Freitagmorgen hunderte Aktivisten an verschiedenen Plätzen in Frankfurt versammelt und nahmen bis zum Mittag an Veranstaltungen des so genannten Blockupy-Bündnisses teil. Dem Bündnis gehören unter anderem das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die hessische Linkspartei an. Das Aufgebot der Polizei war groß. Insgesamt hat die Polizei mehr als 400 Demonstranten verhaftet, darunter auch ein Dutzend Belgier.

Was das Los der festgenommenen Belgier ist, ist noch unklar. "Wir bekommen unterschiedliche Informationen über die Demonstranten. Ursprünglich sollten sie am Samstag gegen Mitternacht frei gelassen werden, aber aufgrund des großen Durchlaufs im Gefängnis werden sie wahrscheinlich früher freigelassen und dazu verpflichtet, das Land zu verlassen", so Eric De Ruest von CATDM.

Das Ziel von Blockupy Frankfurt ist, das Zentrum des finanziellen Herzens von Deutschland lahm zu legen und die Aktivitäten der Banken und der Europäischen Zentralbank (EZB) zu behindern.