Investiert Electrabel nicht mehr bei uns?

Der Stromproduzent Electrabel liegt schon eine ganze Weile im Streit mit der aktuellen Regierung. Jetzt sagt das Unternehmen laut der flämischen Wochenzeitung Knack, dass es künftig lieber im Ausland investieren wolle.

Das Unternehmen sei nicht verpflichtet, die Stromlieferung in Belgien zu garantieren. Sie seien nur ihren Kunden gegenüber Rechenschaft schuldig. Wegen der schlechten Stimmung in Belgien werde man deshalb sicher keine neuen Investitionen hierzulande tätigen. Das hat der Direktor für Produktion und Einkauf, Wim De Clercq, gegenüber De Standaard und Het Nieuwsblad gesagt.

Der Direktor sagte das vor kurzem am Rande der Schließung von zwei unrentabel gewordene Stromzentralen, eine in Ruien in der Provinz Ostflandern, die größte Nicht-Kernzentrale hierzulande und eine in Les Awirs in der Provinz Lüttich.

Ein Sprecher von Electrabel ließ damals wissen, dass die Entlassungen in den Zentralen die Folge mehrerer jüngster Entschlüsse der Regierung seien. Jetzt geht der Stromproduzent also noch weiter und droht damit, nicht mehr in unserem Land zu investieren.

Zur Begründung hatte das Unternehmen das schlechte Steuer- und  Wirtschaftsklima genannt. So sei der Handel mit Ökostrom-Zertifikaten erschwert worden, die CO2-Emissionsrechte seien verschwunden und die Steuer auf den Brennstoff Kohle sei erhöht worden. Electrabel hat außerdem Streit mit der Regierung in der Frage über die Schließung der Atomkraftwerke.

Wirtschaftsminister Johan Vande Lanotte hatte den Stromproduzenten verboten, ihre Preise zu erhöhen. Danach kam es zu einem offenen Zwist zwischen der Regierung und dem Stromproduzenten.

De Clercq betont übrigens, dass kein einziger großer Stromproduzent in Belgien investiere. Unterdessen investiert Electrabel jedoch im Ausland, zum Beispiel in Rotterdam und im deutschen Wilhelmshaven.