Brüssel: Büroflächen bald Privatwohnungen

In Brüssel werden immer mehr leer stehende Büros in Privatwohnungen umgewandelt. Die Immobilienunternehmen versuchen damit, ihre leer stehenden Quadratmeter zu nutzen.

"Wir haben zwischen 2003 und 2011 zu viele Bürogebäude hochgezogen. Es ist die Rede von Spekulation. (...) Indem wir nun die leer stehenden Flächen nutzen, können wir den Mietpreis für Büroflächen wieder erhöhen", erklärt Jean-Edouard Carbonnelle, der Chef des Immobilienfonds Cofinimmo, in der Zeitung De Morgen.

Cofinimmo beginnt in wenigen Tagen mit der Renovierung eines Bürogebäudes im Europaviertel in Brüssel. Das ehemalige Mietshaus von Dexia wird zu einem Appartementhaus umgebaut. Nur ein kleiner Teil des Komplexes wird noch als Bürofläche genutzt. Auf diese Art und Weise will Cofinimmo Geld mit dem Verkauf von Privatwohnungen verdienen und gleichzeitig das Überangebot an Büroflächen in der Hauptstadt reduzieren. Cofinimmo hat zudem Pläne, ein Bürogebäude in Woluwe zu einem Appartementblock umzubauen.

Dem Markt für Büroflächen in der Hauptstadt geht es schlecht. Innerhalb von fünf Jahren haben sich die leer stehenden Flächen von 7 auf 13 Prozent fast verdoppelt.

Eineinhalb Millionen Quadratmeter Bürofläche stehen leer. Der Sektor hat sich hinsichtlich der Erweiterung der Europäischen Union und der Nachfrage nach neuen Büros gründlich geirrt. Man hat die Nachfrage zu hoch eingeschätzt, so De Morgen. Andererseits erwartet die Hauptstadt einen starken Anstieg der Bevölkerung. Derzeit wohnen 1,1 Millionen Menschen in der Region Brüssel. Die Einwohnerzahl wird voraussichtlich bis 2020 auf ungefähr 1,2 Millionen ansteigen.